Bewegt von Klopp und Kompany

Frühes WM-Aus machte Altkanzlerin Merkel "fast wütend"

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Kennt sich mit Fußball aus: Angela Merkel. (Foto: picture alliance/dpa)
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30.10.2026 | 16:28 Uhr
Die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel interessierte sich während ihrer Amtszeit auch immer für den Fußball. Das endet offenbar nicht mit der Rente: In einem Interview spricht sie über die DFB-Elf, Vincent Kompany und Jürgen Klopp.

Das frühe Aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft im Sommer hat auch Altkanzlerin Angela Merkel beschäftigt. In der Talksendung "Bestbesetzung" mit Johannes B. Kerner bei MagentaTV sprach die 72-Jährige über das Elfmeterschießen im Sechzehntelfinale gegen Paraguay. Sie sei "ein bisschen enttäuscht, fast ein bisschen wütend, dass plötzlich keiner mehr Elfmeter schießen wollte". Am Ende verschoss Jonathan Tah den letzten Elfmeter, der normalerweise kein Schütze ist.

Das Vorgehen des neuen Bundestrainers Jürgen Klopp mache ihr aber Hoffnung. Sie habe es methodisch "unglaublich interessant" gefunden, eine Art "Screening" mit rund 40 Spielern durchzuführen, ohne sich um das Abschneiden in der Nations League zu scheren. Der DFB-Coach hatte zu den vier Länderspielen im September und Oktober gleich zwei Kader berufen. Am 5. November steht die nächste Kaderbekanntgabe an - dann voraussichtlich mit einer kleineren Auswahl an Spielern.

Ähnlich wie sein Vorgänger Julian Nagelsmann äußerte sich Bundestrainer Klopp bei Amtsantritt aber auch gesellschaftspolitisch. Bei seiner ersten Pressekonferenz plädierte er für einen positiven Patriotismus: "Ich würde uns gerne die Fahne zurückholen", sagte er. Auch dazu hat Altkanzlerin Merkel eine Einschätzung. "Ich fand ihn tendenziell gut", sagte sie über den Satz. "Mir hat Jürgen Klopp dahingehend aus dem Herzen gesprochen, dass er einfach sagt: Diese Fahne gehört uns allen."

"Schätze die Arbeit von Kompany unglaublich"

Merkel erinnerte sich an einer Szene aus ihrer 16-jährigen Kanzlerschaft. "Nach der Wahl 2013 hat mein Generalsekretär die Deutschland-Fahne geschwungen. Die habe ich ihm aus der Hand genommen. Dafür bin ich sehr kritisiert worden. Ich bin oft damit verbunden worden, dass ich das nicht wolle oder ich nicht zu dieser Fahne stehe. Das war Quatsch. Ich wollte nur nicht, dass wir die Fahne für uns usurpieren." Die schwarz-rot-goldene Fahne gehöre Merkel zufolge allen Menschen in Deutschland. Keine Partei dürfe sie für sich beanspruchen.

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Angela Merkel überrascht mit lässigem Look

Merkel sprach auch über Bayern-Trainer Vincent Kompany. "Ich schätze die Arbeit von Vincent Kompany unglaublich, auch seine klare Haltung, was Diskriminierung und vieles anbelangt", sagte sie bei MagentaTV. Die Altkanzlerin findet auch bei ihm eine weitere Parallele zu ihrer Amtszeit. Der 40-jährige Belgier kuriert derzeit eine Hirnhautreizung aus, er brach vor einer Woche am Trainingsgelände des deutschen Rekordmeisters zusammen. Schon in den Tagen zuvor schleppte er eine Viruserkrankung mit sich herum.

Merkel wünschte Kompany in dem Gespräch mit Kerner eine schnelle Genesung und Zeit zur Erholung. Dabei erinnert sie an eigene Erfahrungen. Im Sommer 2019 zitterte sie mehrfach bei offiziellen Empfängen. Rückblickend vermutet die Altkanzlerin, dass innere Anspannung eine Rolle spielte. Möglicherweise belasteten sie der Tod ihrer Mutter und der bevorstehende Abschied aus dem Amt. Heute erkennt sie darin ein körperliches Warnsignal: "Jetzt mach' mal Stopp" - dann müsse man darauf hören.

Verwendete Quellen: ntv.de, ses