FC Schalke 04 - RB Leipzig 0:2 (0:1)
Vorne harmlos, hinten schläfrig: Die Torflaute von Schalke 04 hält an und bringt den Bundesliga-Aufsteiger immer mehr in Bedrängnis. Beim 0:2 (0:1) gegen RB Leipzig blieben die Königsblauen auch im vierten Heimspiel ohne eigenen Treffer, dem Gegner schenkten sie dagegen ein Tor.
Antonio Nusa brachte die Sachsen per Foulelfmeter (37.) in Führung, nachdem der Schalker Satoshi Tanaka im eigenen Strafraum das Abspiel verschlafen und Romulo, der ihm den Ball wegspitzelte, umgetreten hatte. Romulo sicherte den ersten Auswärtssieg der Bundesliga-Saison der Leipziger (78.). Die Gelsenkirchener stecken nach dem sechsten Pflichtspiel in Folge ohne Sieg in der Abstiegszone fest, zudem droht ein unrühmlicher Rekord: Nur der FC St. Pauli blieb bislang in der Bundesligageschichte in den ersten fünf Heimspielen torlos.
Werder Bremen - TSG 1899 Hoffenheim 2:0 (0:0)
Niclas Füllkrug trifft wie einst Rudi Völler - und Werder Bremen reitet weiter auf einer Euphoriewelle: Das Team von Trainer Daniel Thioune bezwang die TSG Hoffenheim mit 2:0 (1:0) und mischt munter oben in der Tabellen mit. Seit dem Saisonauftakt sind die Hanseaten ungeschlagen.Hoffenheim um Coach Christian Ilzer verpasste dagegen den dritten Bundesliga-Erfolg in Serie.
Füllkrug traf in der 57. Spielminute zur Führung der Grün-Weißen und hat damit in den vergangenen sieben Bundesliga-Spielen getroffen. Der Nationalmannschaftsanwärter zog mit Klub-Ikone Völler gleich, der das Kunststück 1982/83 im Werder-Trikot gelungen war. Eren Dinkci (82.) legte nach.
Werder machte sofort Betrieb. Füllkrug legte quer auf Reis, der elf Meter vor dem Tor den Ball nicht richtig traf (3.). Danach mussten die Bremer einen Rückschlag hinnehmen: Der verletzungsgeplagte Weiser musste seinen Einsatz schon frühzeitig mit einer Oberschenkelblessur beenden (16.). Zu dem Zeitpunkt hatte Hoffenheim über viel Ballbesitz ins Spiel gefunden und versuchte immer wieder, die Bremer Defensive über Verlagerungen auszuhebeln. Werder blieb tendenziell gefährlicher. Erst verpasste Arthur den Zeitpunkt zum Abschluss, dann schoss Füllkrug volley links am Tor von Oliver Baumann vorbei (25.).
Kurz vor dem Pausenpfiff wurde es dann nochmal auf der anderen Seite eng. Amos Pieper bewahrte die Gastgeber mit einer artistischen Rettungstat nach einem Kopfball von Adam Hlozek vor dem Rückstand (45.). Der Zweikampf vor der Führung durch Füllkrug nach langem Ball von Werder-Keeper Hein war dann hart - und für Schiedsrichter Tobias Reichel noch vertretbar. Der Angreifer setzte sich durch und erzielte per sattem Linksschuss seinen neunten Saisontreffer. Und sammelte damit noch einmal Pluspunkte vor der nächsten Nominierung von Bundestrainer Jürgen Klopp am 5. November. In der Schlussphase traf Dinkci zur Vorentscheidung, ehe Füllkrug bei seiner Auswechslung (90.+1) großen Applaus und eine dicke Umarmung von Thioune erhielt.

Hamann prognostiziert Füllkrugs Weg zur EM
Borussia Mönchengladbach - SC Paderborn 0:0
Die kleine Euphorie ist wieder verpufft: Borussia Mönchengladbach hat nach zwei Pflichtspielsiegen in Folge einen Dämpfer kassiert. Gegen Aufsteiger SC Paderborn kam die Mannschaft von Trainer Alexander Blessin trotz zahlreicher guter Chancen nur zu einem 0:0 und bleibt Schlusslicht. Paderborn hingegen sammelte einen Punkt im Kampf gegen den vor der Saison ausgerufenen Nichtabstieg und bleibt über dem Strich.
Blessin, der vor der Partie eine "unbequeme Aufgabe" prophezeit hatte, weil die Gäste "sehr kompakt und defensiv stabil stehen", sah eine engagierte Anfangsphase seiner Mannschaft. Die Borussia trieb den Ball zu Beginn immer wieder nach vorne, kam jedoch nicht in aussichtsreiche Abschlusspositionen. Anschließend verloren die Hausherren ihre Zielstrebigkeit und Paderborn fand besser ins Spiel. Nach einer kurz ausgeführten Ecke kam Tom Baack aus guter Position zum Abschluss, scheiterte aber an Gladbachs Schlussmann Daniel Batz (27.). Im Anschluss belebte der auffällige Robin Hack das Gladbacher Offensivspiel. Zunächst ging sein Heber über Paderborns weit herausgerückten Torhüter Nahuel Noll (31.) knapp links vorbei, dann bereitete er einen Treffer von Joe Scally vor. Schiedsrichter Timo Gerach nahm das Tor jedoch nach Ansicht der Videobilder zurück. Scally hatte seinen Arm gegen Noll zu Hilfe genommen (35.).
Kurz vor der Pause kamen beide Teams zu guten Möglichkeiten. Stefano Marino (41.) und Santiago Castaneda (42.) vergaben für Paderborn. Für Gladbach scheiterte Fabio Chiarodia mit seinem Kopfball am stark reagierenden Noll, der wuchtige Nachschuss von Lukas Ullrich rauschte links vorbei (45.). Anschließend hatte Scally die Gladbacher Führung auf dem Fuß, fand jedoch in Noll seinen Meister (45.+1).
Nach der Pause blieb Gladbach auf dem Gaspedal. Der Schuss von Youngster Wael Mohya (54.) wurde jedoch von der Paderborner Abwehr geblockt. In der 71. Minute hatte das Gladbach-Juwel die bis dahin beste Chance der zweiten Halbzeit, als er frei auf Noll zulief. Er brauchte aber zu lange für seinen Abschluss und wurde schließlich geblockt.
FC Augsburg - SC Freiburg 1:2 (1:0)
Der SC Freiburg hat zurück in die Spur gefunden und seinen Platz unter den ersten Vier gefestigt. Nach zuvor zwei Liga-Niederlagen in Folge drehte die Mannschaft von Trainer Julian Schuster beim FC Augsburg in der zweiten Halbzeit dank zweier Joker noch einen Rückstand und gewann mit 2:1 (0:1).
Die eingewechselten Igor Matanovic (66.) und Cyriaque Irié (85.) sorgten für den Sieg der Breisgauer, die nach acht Spieltagen bereits 16 Punkte gesammelt haben. Der frühere SC-Profi Michael Gregoritsch (18.) hatte den FCA zunächst in Führung gebracht. Die Mannschaft von Trainer Manuel Baum blieb letztlich aber auch im sechsten Liga-Spiel in Folge sieglos und muss zunehmend mit dem Tabellen-Mittelfeld vorliebnehmen.
Nachdem Derry Scherhant (7.) und Niklas Beste (14.) für die Gäste noch zu ersten Chancen gekommen waren, nutzte Gregoritsch die erste Gelegenheit der Augsburger ungehend zur Führung. Nach einer Flanke von Arijon Ibrahimovic traf der Österreicher sehenswert ins lange Eck.
Freiburg war nun unter Zugzwang und sammelte fleißig Ballbesitz. Die Gastgeber verteidigten aber trotz zahlreicher Ausfälle in der Innenverteidigung diszipliniert - und legten beinahe nach. Erneut war Gregoritsch (32.) im Strafraum völlig frei, doch diesmal scheiterte der Stürmer am stark reagierenden Mio Backhaus. Schuster reagierte, brachte zur Halbzeit Torjäger Matanovic in die Partie - und bewies damit ein glückliches Händchen. Auf Vorlage des ebenfalls eingewechselten Keisuke Goto traf der Stürmer aus dem Nichts zum Ausgleich. Der ebenfalls eingewechselte Irié besorgte den Sieg.
Bayer Leverkusen - VfB Stuttgart 2:4 (1:2)
Dem VfB Stuttgart ist ausgerechnet beim Topteam Bayer Leverkusen ein Ausrufezeichen gelungen. Die schwach in die Saison gestarteten Schwaben entschieden ein turbulentes Duell mit 4:2 (2:1) für sich und setzten sich damit etwas von der Gefahrenzone ab.
Ermedin Demirovic (14./65.), Jamie Leweling (22.) und Bilal El Khannouss (51.) sorgten für den dritten Saisonsieg des gnadenlos effizienten Teams von Trainer Sebastian Hoeneß, das Selbstvertrauen für das knifflige Auswärtsspiel am Dienstag in der Champions League bei Galatasaray Istanbul tankte. Für Bayer trafen Patrik Schick (29.) und Ibrahim Maza (79.), dennoch kassierte die Werkself im Kampf um die Spitzenplätze den zweiten Rückschlag in Folge.
In einer hitzigen Anfangsphase arbeiteten sich die Schwaben von Minute zu Minute besser ins Spiel. Und sie schlugen eiskalt zu: Demirovic nutzte die erste Chance im Nachsetzen, nachdem El Khannouss an Bayer-Torhüter Mark Flekken gescheitert war. Als sich die Rheinländer in Diskussionen mit Schiedsrichter Benjamin Brand verstrickten, legte der VfB nach: Leweling traf aus dem Gewühl nach einer Ecke. Doch in der Folge rollte eine Leverkusener Angriffswelle nach der anderen auf die Stuttgarter Defensive zu. Schick erzielte per Kopf den Anschluss - und eröffnete damit eine Bayer-Druckphase bis zur Pause.
Der einmal mehr starke Maza setzte den Ball wuchtig an die Latte (33.). Stuttgart entwickelte nur noch einmal Gefahr: Auch Leweling traf den Querbalken (44.). Dazu sorgte ein unnötiges Undav-Foul für Aufsehen, das eine Rudelbildung auslöste. Brand zückte viermal Gelb.
Die Bayer-Profis, deren Siegesserie zuletzt bei der TSG Hoffenheim (0:3) gerissen war, setzten ihre Drangphase zunächst fort. Doch inmitten der Bemühungen erhöhte El Khannouss mit einem Flachschuss. Der VfB konnte sich auf Torhüter Dennis Seimen verlassen - und auf Torjäger Demirovic, der einen perfekten Konter über Undav problemlos vollendete. In einer weiter hitzigen Partie kamen die Rheinländer noch einmal heran.
