Drei Männer im VisierSechs Tote bei Explosion in Athen: Verdächtige festgenommen

Es gibt einen lauten Knall, dann stürzt ein Haus mitten in Athen ein. Sechs Menschen sterben. Wochenlang bleiben viele Fragen zu dem Unglück unbeantwortet. Dann führen Überwachungskameras die Polizei zu drei Tatverdächtigen.
Mehr als einen Monat nach der Explosion in einem Haus in der Athener Altstadt Plaka, bei der sechs Menschen ums Leben kamen, haben die Behörden drei verdächtige Männer festgenommen. Sie sollen wenige Stunden vor dem Unglück ein Kupferrohr aus der Erdgasleitung des Gebäudes entfernt und dadurch ein Gasleck verursacht haben. Das berichtete der griechische Rundfunk ERTNews unter Berufung auf die Ermittler.
Nachdem Experten der Technischen Universität Athen die Stelle des Gaslecks lokalisiert hatten, werteten die Ermittler erneut Aufnahmen von Überwachungskameras aus der Umgebung aus. Darauf seien drei Personen zu erkennen, die sich gegen 2.00 Uhr nachts dem Gebäude näherten - etwa fünfeinhalb Stunden vor der Explosion. Zwei von ihnen sollen das Treppenhaus betreten und wenige Minuten später mit einem Stück Kupferrohr wieder verlassen haben. Nach Einschätzung der Ermittler wurde bei dem Versuch, das Rohr zu entfernen, die Erdgasleitung beschädigt. Das ausströmende Gas habe sich daraufhin im Gebäude angesammelt.
Haus liegt mitten in Touristenhochburg
Als am Morgen ein veralteter Lichtschalter betätigt worden sei, habe dies die schwere Explosion ausgelöst. Dabei stürzte das Haus ein, auch benachbarte Gebäude wurden beschädigt, so ERTNews. Unter den sechs Todesopfern waren nach Angaben des griechischen Außenministeriums zwei Ehepaare aus den USA, ein Brite und eine Griechin. Die vier US-Amerikaner sollen die Wohnung als Touristen angemietet haben. Anwohner schilderten einen lauten Knall, der in weiten Teilen der Innenstadt zu hören gewesen sei.
Wie ERTNews weiter berichtete, würden die Aufnahmen der Überwachungskameras einen Schulbus mit Kindern zeigen, der nur wenige Sekunden vor der Explosion an der Unglücksstelle vorbeifuhr. Das Fahrzeug wurde von den umherfliegenden Splittern und Trümmern zwar getroffen, glücklicherweise wurde niemand verletzt.
Das eingestürzte Haus im Stadtteil Plaka liegt unterhalb der Akropolis, täglich strömen Zehntausende Touristen durch die engen Gassen. Da sich die Explosion in den frühen Morgenstunden ereignete, waren noch vergleichsweise wenig Menschen unterwegs.