Hegseth mustert Top-General ausRanghöchster Stratege der US-Armee entlassen

Seit seinem Amtsantritt hat US-Verteidigungsminister Hegseth zahlreiche ranghohe Militärvertreter ausgetauscht. Nun trifft es den ranghöchsten Strategen. Der Zeitpunkt ist brisant. Die Vorwürfe gegen ihn auch.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat erneut einen Spitzenfunktionär gefeuert. Das frühere Mitglied des Generalstabs Brett Sylvia sei wegen "schwerwiegenden Fehlverhaltens" entlassen worden, teilte ein Pentagon-Beamter mit. "Gegen Sylvia wird ermittelt, weil er unter anderem geheime Informationen über den Iran-Krieg und den Krieg zwischen Russland und der Ukraine weitergegeben haben soll."
Der Spitzengeneral war unter anderem für Planung und Strategie zuständig. Er arbeitete dem Generalstab zu, einem achtköpfigen Beratungsgremium aus den ranghöchsten Vertretern der Teilstreitkräfte. Der Vorsitzende des Gremiums, General Dan Caine, ist der ranghöchste militärische Berater des US-Präsidenten und des Verteidigungsministers.
Das Pentagon hatte Regeln für den Kontakt mit Journalisten zuletzt drastisch verschärft und ihnen den Zugang zum Ministerium erheblich erschwert. Um die Regeln zu umgehen, habe sich Sylvia außerhalb des Gebäudes mit Journalisten getroffen, teilte der Pentagon-Beamte mit. Mit den Vorwürfen konfrontiert, sei Sylvia bei drei Tests mit Lügendetektoren durchgefallen. Das Justizministerium habe die Ermittlungen übernommen. Pentagon-Sprecher Sean Parnell formulierte auf der Plattform X eine deutliche Warnung an alle, die geheime Informationen weitergeben wollen. Die Weitergabe gefährde militärische Operationen sowie die Sicherheit der Streitkräfte.
Zahl der ranghöchsten Offiziere erheblich verringert
Sylvias Abgang erfolgt zu einem Zeitpunkt, zu dem über mögliche neue US-Angriffe auf den Iran nach den Kongresswahlen am 3. November spekuliert wird. US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag unter Bezug auf den Namen des im Februar begonnenen US-israelischen Einsatzes gesagt, Washington könnte "einen weiteren kleinen Epischen Zorn machen". Angaben zu einem möglichen Zeitpunkt machte er nicht. Seit Anfang September haben weder die US-Armee noch die iranische Seite größere Angriffe auf Landziele ausgeführt. Im Fokus standen zuletzt Angriffe auf Handelsschiffe.
Verteidigungsminister Hegseth hat seit seinem Amtsantritt im Januar 2025 im Auftrag von Präsident Trump zahlreiche ranghohe Militärvertreter ausgetauscht. Ende September gab der Republikaner vor der Militärspitze an, er habe die Zahl der ranghöchsten Offiziere und der Planstellen "um 20 Prozent" verringert - das wäre doppelt so viel wie bisher angekündigt. Hegseth, der sich "Kriegsminister" nennt, deutete damals an, dass die Streichungen sich vor allem gegen diejenigen richteten, die seinem Kurs gegen die "woke" Linie früherer Regierungen nicht folgen wollten. Der Begriff "woke" wird in rechtsgerichteten Kreisen als Synonym für aus ihrer Sicht intolerante und extreme gesellschaftspolitische Haltungen linker Kräfte verwendet.
Seit Beginn des Iran-Krieges haben bereits etliche Spitzenfunktionäre das Pentagon verlassen. Neben dem Stabschef des Heeres, General Randy George, gehörten dazu auch Marine-Staatssekretär John Phelan und Christopher Donahue, Befehlshaber der US-Landstreitkräfte in Europa und Afrika.