Politik

"Wie in Enge getriebene Ratte"Pentagon ruft Nato-Staaten zu gemäßigter Rhetorik gegen Moskau auf

30.10.2026, 10:14 Uhr
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Die USA wollen den Kreml-Herrscher Putin offenbar nicht provozieren. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Die Nato ist uneins über den Umgang mit der russischen Bedrohung. Besonders die USA drängen einzelne Verbündete nun, sich bei Wortmeldungen gegenüber dem Kreml zurückzuhalten.

Vertreter des Pentagons haben in den vergangenen Wochen mehrere Nato-Staaten gebeten, ihre Rhetorik hinsichtlich der von Russland ausgehenden Bedrohung zu mäßigen. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Zu den ermahnten Staaten gehören demnach Litauen, Lettland und Estland. Wie vier mit der Angelegenheit vertraute Personen angaben, wurde dies damit begründet, dass einige Äußerungen europäischer Politiker und Amtsträger die Sicherheit auf dem Kontinent untergraben hätten.

Zu den Äußerungen, die die Aufmerksamkeit der US-Behörden auf sich gezogen haben, gehören laut einer der befragten Personen auch Andeutungen europäischer Politiker, dass Russland in die Enge getrieben sei und zu immer verzweifelteren Maßnahmen greife, da sich der Vormarsch bei der Invasion der Ukraine weiter verlangsame.

An den Gesprächen mit den Europäern soll auch der Unterstaatssekretär für Verteidigungspolitik Elrbridge Colby beteiligt gewesen sein. Russland sei "wie eine Ratte in die Enge getrieben", soll er als Beispiel für eine nicht hilfreiche Rhetorik gegenüber Moskau angeführt haben. Auf wen er sich dabei konkret bezogen haben soll, ist offen. Estlands Premier Kristen Michal hatte Ende September über den russischen Machthaber Wladimir Putin gesagt, dass dieser wie eine "in die Enge getriebene Ratte" handle. Dabei bezog er sich auf Russland zugeschriebene Sabotageakte in der EU.

Das US-Verteidigungsministerium wollte den Vorgang auf Anfrage nicht bestätigen. "Private Gespräche zwischen Verbündeten sind genau das - und als solche werden wir uns zu diesen Vorwürfen nicht äußern", sagte ein Sprecher.

Dem Bericht zufolge läuft innerhalb der Nato derzeit eine Debatte, wie man in öffentlichen Äußerungen mit der Gefahr eines aggressiven Russlands umgeht. Einige Politiker aus Nato-Staaten argumentieren, dass eine übermäßige Betonung der von Moskau ausgehenden Bedrohung dem Kreml in die Hände spielen könnte, der ihrer Ansicht nach darauf abzielt, Angst zu schüren und die Unterstützung für die Ukraine zu untergraben. Andere argumentieren, die europäischen Regierungen müssten transparent sein, um ihren Wählern zu verdeutlichen, dass Opfer und Ressourcen notwendig sind, um Moskau in Schach zu halten.

Quelle: ntv.de, ghö/lme

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