Baden-WürttembergBotox-Prozess in Konstanz: Kieferorthopädin vor Gericht

Eine Kieferorthopädin steht wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht: Sie soll ohne nötige Qualifikation Schönheitsbehandlungen mit Botox und Hyaluron durchgeführt haben.
Konstanz (dpa/lsw) - Botox gegen die Zornesfalte, Hyaluron für vollere Lippen oder eine Spritze gegen Krähenfüße: Weil sie unerlaubt Schönheitsbehandlungen durchgeführt haben soll, steht eine Kieferorthopädin am Dienstag (9.00 Uhr) vor dem Landgericht Konstanz. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr Betrug und gefährliche Körperverletzung vor.
Der 37-Jährigen soll zwischen Ende 2021 und März 2025 insgesamt 275 Unterspritzungen vorgenommen zu haben - an Stellen, für die sie nach Auffassung der Staatsanwaltschaft nicht die nötige Qualifikation hatte.
Die Angeklagte soll unter anderem Stirn, Zornesfalte, Nase, Wangen, die Region um die Augen, Kinn und Achseln behandelt haben. Dabei sollen sowohl Botulinumtoxin (Botox) als auch Hyaluronsäure zum Einsatz gekommen sein.
Als Fachärztin für Kieferorthopädie sei sie aber lediglich befugt gewesen, Injektionen im Bereich des Lippenrots und damit im Mundbereich vorzunehmen. Für Schönheitsbehandlungen habe ihr eine zusätzliche Approbation als Humanmedizinerin oder eine Heilpraktikerausbildung gefehlt. Für den Prozess wurden bis Ende September vier Verhandlungstermine angesetzt.