Baden-WürttembergDalmatiner Mailo hilft bei der Suche nach Vermissten

Ehrenamtlich unterwegs mit feiner Nase: Der Dalmatiner Mailo hilft der Suchhundestaffel Freiburg, Vermisste zu finden. Die Arbeit ist für alle Beteiligten anspruchsvoll.
Freiburg (dpa/lsw) - Er fällt mit seinem gepunkteten Fell auf, doch bei der Arbeit zählt nur seine Nase: Der fünf Jahre alte Dalmatiner Mailo gehört zur Suchhundestaffel Freiburg und hilft bei der Suche nach vermissten Menschen. Mit seiner Hundeführerin Samara Jones trainiert er regelmäßig.
Geübt wird an Orten mit unwegsamem Gelände, wie dem Kieswerk in Riegel am Kaiserstuhl. Dort sollen Mailo und Jones zwei versteckte Menschen und zwei Geruchsträger aufspüren. Wo die Ziele liegen, wissen sie vorher nicht. Nach etwa einer Viertelstunde hat der Hund alles gefunden. Für ihn ist es ein Spiel, für Jones, die ehrenamtlich tätig ist, eine wichtige Aufgabe: "Man kann den Angehörigen Gewissheit geben und auch ermöglichen, sich von der Person zu verabschieden." Zuvor hatte die "Badische Zeitung" über die beiden berichtet.
Arbeit der Rettungshunde nicht zu ersetzen
Der Landesbeauftragte des Bundesverbands Rettungshunde (BRH) in Baden-Württemberg, Andreas Weindel, erklärt, dass die Arbeit der Hunde quasi nicht zu ersetzen sei. Rettungshunde seien das einzige Einsatzmittel, das mit der Nase suche, sagt er. Drohnen mit Wärmebildkameras suchten nur optisch und nach Wärmequellen. Dazu kämen Tempo und Reichweite: Wenn eine größere Mannschaft mit Hunden ausrücke, könne sie größere Flächen absuchen, als es Suchketten von Menschen schafften, so Jones.
Bis ein Ausbildungshund einsatzbereit ist, vergeht viel Zeit. Für die Flächensuche rechnet Weindel mit etwa zwei Jahren Ausbildung, für die Trümmersuche mit bis zu drei. Wer sich stark engagiere, komme auf 15 bis 20 Wochenstunden - für ein reines Ehrenamt. Jones, die hauptberuflich Lehrerin ist, trainiert an zwei Tagen in der Woche und ist seit 2019 in der Staffel dabei. Mailo ist ihr zweiter Suchhund - nun möchte sie auch Ausbilderin werden.