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Baden-WürttembergInnenminister Hagel nach Israel aufgebrochen

07.11.2026, 18:03 Uhr
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(Foto: Nico Pointner/dpa)

Baden-Württembergs Innenminister Manuel Hagel reist mit einer Delegation nach Israel. Das hat Gründe. Welche Themen und Orte auf dem Programm stehen.

Stuttgart (dpa/lsw) - Baden-Württemberg muss im Kampf gegen Cyberangriffe aus Sicht von Innenminister Manuel Hagel (CDU) erheblich schneller werden - und soll dabei mehr von Israel lernen. "Mit einer klaren Frage fliegen wir nach Israel: Wie schafft es ein kleines Land, dass Staat, Wissenschaft und Start-ups bei Angriffen in Minuten an einem Tisch sitzen? Bei uns dauert das oft Tage", sagte der Innenminister kurz vor dem Abflug nach Israel der Deutschen Presse-Agentur. "Wer schneller handelt als der Angreifer, gewinnt. Genau diese Geschwindigkeit wollen wir verstehen und nach Baden-Württemberg holen."

Der CDU-Politiker brach am frühen Abend von Frankfurt am Main mit einer Delegation nach Israel auf. Dort will er sich mehrere Tage über Cybersicherheit, Drohnenabwehr und die Polizeiarbeit vor Ort informieren. Nach Angaben von Hagels Ministerium führt die Reise unter anderem nach Jerusalem und Tel Aviv. Geplant ist auch ein Besuch im Westjordanland, bei dem es um Folgen von Siedlergewalt geht.

Hagel ist seit Mai Innenminister und stellvertretender Regierungschef von Baden-Württemberg. Es handelt sich um die bislang größte Reise in seiner neuen Rolle. Im September hatte er die Ukraine besucht - dort ging es um Drohnentechnik.

Besuch in schweren Zeiten

Hagel betonte die besondere Zeit, in der sein Besuch stattfinde. "Freundschaft zeigt sich in schweren Zeiten", sagte er. "Israel hat Monate hinter sich, die das Land tief verwundet haben. Gerade jetzt ist es richtig, hinzufahren, zuzuhören und Brücken zu bauen. Echte Freunde kommen, wenn es schwer ist."

Im Fokus der Reise steht die Cybersicherheit. Hagel will bei der Eröffnung der Cyber Week in Tel Aviv sprechen, einer internationalen Cybersicherheitskonferenz. Denn auch Baden-Württemberg stehe im Visier von Cyberangriffen, Sabotage und hybriden Bedrohungen.

"Wir reisen als Lernende, aber auch als Partner", sagte Hagel. "Israel hat die Köpfe der Cyberabwehr. Baden-Württemberg hat Ingenieurskunst und einen starken Mittelstand. Gemeinsam sind wir stärker als jeder für sich. Daraus kann eine Partnerschaft wachsen, die beiden Ländern nützt."

Gedenken und Gespräche im Westjordanland

Neben Sicherheitsfragen ist auch Raum für Erinnerung vorgesehen. Hagel will in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem einen Kranz niederlegen. Am Montag, dem Jahrestag der Novemberpogrome von 1938, ist ein Besuch der Gedenkstätte auf dem Gelände des Nova-Musikfestivals geplant. Dort hatten Terroristen beim Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 viele Menschen ermordet.

Zum Abschluss soll Hagel im palästinensischen Taybeh mit Vertretern christlicher Gemeinden sprechen. Vorgesehen ist ein Rundgang zu den Auswirkungen von Siedlergewalt. Für Hagel ist es eine Rückkehr in die Region: Bereits Ostern 2024 war er als CDU-Fraktionschef in Israel und besuchte einen von der Hamas überfallenen Kibbuz.

Quelle: dpa

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