Berlin & BrandenburgAfD startet neue Akademie für Nachwuchs in Brandenburg

In Thüringen und Bayern gibt es bereits Akademien der AfD. In Brandenburg startet die Partei ebenfalls eine Einrichtung, um Nachwuchs zu fördern. Auch SPD und CDU legen neue Programme auf.
Blankenfelde-Mahlow (dpa/bb) - Die AfD untermauert mit dem Start einer neuen Akademie in Brandenburg ihren Willen zur künftigen Übernahme von Regierungsverantwortung im Bund und in den Ländern. Die Politische Akademie Brandenburg sei ein mehrjähriges Schulungsprogramm für ausgewählte Mitglieder des AfD-Landesverbands, heißt es in einer Mitteilung anlässlich des Auftakts in Blankenfelde-Mahlow südlich von Berlin.
Der AfD-Landesvorsitzende René Springer sagte: "Im Mittelpunkt steht die Vorbereitung auf politische Verantwortung." Für die Veranstaltungen könne die AfD auf einen länderübergreifenden Kreis fachlich qualifizierter Referenten und professioneller Trainer zurückgreifen.
SPD und CDU auf Talent-Suche
Auch SPD und CDU in Brandenburg wollen im kommenden Jahr mit neuen Programmen zur Nachwuchsförderung starten, um etwa künftige Mandats - und Amtsträger fit zu machen. Anforderungen durch soziale Medien und Künstliche Intelligenz sollen berücksichtigt werden, wie die Parteien auf Anfrage mitteilten.
Die SPD Brandenburg sucht derzeit Bewerber für so ein Programm. "Wir spüren, dass es ein großes Interesse aus der Partei gibt", sagte SPD-Generalsekretär Kurt Fischer der dpa. Zuvor berichtete die "Märkische Allgemeine Zeitung".
Noch bis Ende September können sich SPD-Mitglieder für "Werkstatt - Politik von morgen" bewerben. Es gibt 18 Plätze. Daraus sollen dann auch Kandidaten etwa für Bürgermeister- und Landratswahlen hervorgehen. Es könne ein "Talentpool" für die Partei entstehen, heißt es. Frühere Weiterbildungs-Programme der SPD hießen "Qualitätszirkel" oder "Talentakademie".
Auch CDU-Generalsekretär Julian Brüning sagte, die CDU wolle in Brandenburg ab März ein neues Format der Weiterbildung starten. Pro Jahr sollten 15 Parteimitglieder geschult werden.
Parteien hatten teils beklagt, dass es schwieriger geworden sei, ausreichend Kandidaten für die Kommunalpolitik zu gewinnen. Zuletzt waren in Brandenburg zunehmend parteilose Bewerber bei Bürgermeisterwahlen erfolgreich.
Von Fachwissen bis Ideenschmiede
Der AfD-Landesverband teilte mit, ihre Akademie richte sich vor allem an politisch engagierte Nachwuchskräfte und Mitglieder, die perspektivisch bereit seien, weitergehende Verantwortung zu übernehmen. Dazu machen die Kreisverbände oder die Jugendorganisation Generation Deutschland Vorschläge.
Der Verfassungsschutz Brandenburg stuft den AfD-Landesverband als rechtsextremistisch ein. Die Partei geht dagegen juristisch vor. Sie liegt in Umfragen in Brandenburg wie bundesweit derzeit vorn.
Die Grundlagenschulung ist auf zwei Jahre angelegt. Dabei wird politisches und parteiinternes Fachwissen vermittelt, praktische und persönliche Fertigkeiten werden trainiert. Eine Ideenschmiede namens "Renovatio" soll Raum für Austausch und Diskussion bieten.
"Zum Fachwissen gehören Aufbau und Organisation des deutschen Staates, aber auch wichtige Fragen für die praktische Übernahme politischer Verantwortung wie die Führung von Ministerien und Haushaltsfragen sowie der Umgang mit dem Verfassungsschutz", sagte Springer.
Mehrere AfD-Akademien existieren bereits
Bundesweit und in Bayern und Thüringen gibt es bisher ähnliche Akademien der AfD. Im vergangenen Jahr nahm eine bundesweite Kaderschmiede in Berlin die Arbeit auf, die "Schwarz-Rot-Gold Akademie GmbH". Der AfD-Bundesschatzmeister und Brandenburger Bundestagsabgeordnete Hannes Gnauck kümmert sich um die Organisation.
Für den Aufbau der Akademie in Brandenburg ist neben Gnauck und Springer auch der ehemalige Berater von Parteichefin Alice Weidel, Roland Hartwig, zuständig. Er hatte 2023 am sogenannten Potsdamer Treffen von Rechten und Rechtsextremen teilgenommen, über das die Rechercheplattform "Correctiv" berichtete. Die AfD entschied nach ersten Veröffentlichungen über das Treffen, einen Vertrag mit Hartwig aufzulösen.