Hamburg & Schleswig-HolsteinZoll sichert 150.000 unversteuerte E-Zigaretten in Hamburg

Ein Steuerschaden von 1,2 Millionen Euro, geheime Lager in Hamburg und Strohmänner: Was dem mutmaßlichen Netzwerk beim Handel mit illegalen E-Zigaretten vorgeworfen wird.
Hamburg (dpa/lno) - Rund 150.000 unversteuerte E-Zigaretten haben Zollfahnder bei Durchsuchungen in Hamburg sichergestellt. Der entstandene Steuerschaden beläuft sich nach Angaben des Zollfahndungsamtes Hamburg auf rund 1,2 Millionen Euro.
Mehr als 130 Zollfahnder durchsuchten am Mittwoch mit Unterstützung des Hauptzollamtes Hamburg, der Bundespolizei und des Technischen Hilfswerks mehrere Wohnungen und Lagerstätten. Neben den E-Zigaretten wurden unter anderem elektronische Beweismittel, Material für den Postversand und Etikettiermaschinen beschlagnahmt.
Die Ermittlungen richten sich bereits seit 2025 gegen eine mutmaßliche Tätergruppe. Die Tatverdächtigen im Alter von 25 bis 38 Jahren sollen über einen Onlineshop illegale und nicht verkehrsfähige Einweg-E-Zigaretten an Kunden in ganz Deutschland verkauft haben. Für die Lagerung sollen sie mehrere Hallen in Hamburg genutzt haben. Nach Angaben des Zolls sollen dabei auch Strohmänner und Scheinfirmen eingesetzt worden sein.
Das Zollfahndungsamt ermittelt im Auftrag der Staatsanwaltschaft Hamburg. Den Beschuldigten drohen im Falle einer Verurteilung wegen gewerbsmäßiger Steuerhehlerei Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Für die Tatverdächtigen gelte zunächst die Unschuldsvermutung.