Nordrhein-WestfalenPsychiatrie nach rassistisch motiviertem Mordversuch

Eine Frau wartet mit ihrer Tochter auf die Straßenbahn – dann wird sie auf die Gleise geschubst. Warum?
Düsseldorf (dpa/lnw) - Nach einem rassistisch motivierten Mordversuch ist ein Ratinger dauerhaft in eine geschlossene Psychiatrie eingewiesen worden. Das Düsseldorfer Landgericht stufte den Deutschen als gefährlich ein. Von ihm gehe eine hohe Rückfallgefahr aus.
Er hatte eine 54-jährige Frau für eine Irakerin gehalten und sie deswegen an einer Straßenbahn-Haltestelle in Ratingen auf die Gleise gestoßen. Die Frau war dabei an Händen und Knien verletzt worden.
Weil der 34-Jährige wegen einer Psychose schuldunfähig gewesen sein soll, war gegen ihn am Landgericht in einem sogenannten Sicherungsverfahren verhandelt worden.
Die Tat hatte sich am 19. Dezember vergangenen Jahres ereignet. Eine Überwachungskamera hatte den Vorfall aufgezeichnet. Bei seiner Festnahme hatte der Mann den Polizisten gesagt, er habe die Frau töten wollen, weil sie eine Irakerin sei.
Tatsächlich ist die Frau Slowakin. Sie sei damals mit ihrer Tochter auf dem Weg zum Arzt gewesen, berichtete sie als Zeugin. "Er hat sich nicht umgedreht und war dann in einen Bus gestiegen." Seither habe sie Angst, mit Bus und Bahn zu fahren.