Nordrhein-WestfalenSchüsse in Ostwestfalen: Verdächtiger in Untersuchungshaft

Erst bedrohten Unbekannte einen Bielefelder Juwelier, dann wurde auf sein Geschäft geschossen. Nun sitzt ein 19-Jähriger in U-Haft – und die Polizei sucht mögliche Komplizen.
Bielefeld (dpa/lnw) - Nach einer Serie von Erpressungsversuchen in Ostwestfalen mit Schüssen auf Geschäfte hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen. Der 19 Jahre alte Deutsch-Syrer aus Steinhagen im Kreis Gütersloh sei wegen schwerer räuberischer Erpressung, Sachbeschädigung und Verstoßes gegen das Waffengesetz in Untersuchungshaft genommen worden, teilte die Polizei mit.
Sie vermutet, dass er Komplizen hatte. Die Ermittlungen liefen deshalb auf Hochtouren weiter, sagte ein Sprecher. Der 19-Jährige sei am frühen Donnerstagmorgen mit Unterstützung eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) in seiner Wohnung festgenommen worden. Dort wurden Beweismittel sichergestellt, die die Polizei zurzeit auswertet.
Bielefelder Juwelier sollte zahlen
Die Serie hatte laut Polizei Ende September begonnen, als unbekannte Täter einen Juwelier in Bielefeld bedrohten und eine hohe Geldsumme forderten. Später sei auf das Geschäft geschossen worden - offensichtlich, weil der Inhaber sich geweigert habe zu zahlen.
In den vergangenen drei Wochen wurden mehrere weitere Geschäftsleute bedroht - geschossen wurde unter anderem auf ein Autohaus, eine Shishabar und ein Restaurant. Zuletzt sei in der Nacht zu Freitag gegen 01.50 Uhr mehrfach auf ein menschenleeres Juweliergeschäft in Gütersloh geschossen worden.
Die Taten richteten sich zumeist gegen türkische Geschäftsleute, teilte die Polizei mit. Betroffen waren bisher überwiegend Gebäude im Bielefelder Stadtgebiet sowie Objekte in Gütersloh und in Kirchlengern im Kreis Herford.
Fünf- bis sechsstellige Forderungen
Zur Höhe der Forderungen wollte der Sprecher nichts sagen. Nach dpa-Informationen waren sie fünf- und teils auch sechsstellig. Geschossen worden sei meist nachts oder am späten Abend. Es sei den Tätern offensichtlich nicht darum gegangen, Menschen zu verletzen; sie wollten Geld erpressen, sagte der Polizeisprecher.