Nordrhein-WestfalenWenig Zulauf für Anti-Merz-Kundgebung

Eine relativ kleine Gruppe demonstriert in Bielefeld für einen Rücktritt der Bundesregierung - Tausende gehen hingegen für eine bunte weltoffene Gesellschaft auf die Straße. Die Bilanz der Polizei.
Bielefeld (dpa/lnw) - Eine Kundgebung gegen die Bundesregierung und den Kanzler ist am Wochenende in Bielefeld auf wenig Gegenliebe gestoßen. Dem Aufruf der Initiative "Projekt M1llion Berlin, Einigkeit für Deutschland, Rücktritt der aktuellen Bundesregierung + Friedrich Merz" sei nur eine niedrige dreistellige Anzahl gefolgt, wie das Polizeipräsidium bilanzierte. Angemeldet worden waren 10.000 Teilnehmer.
Umgekehrte Entwicklung hingegen bei einer Gegendemonstration: Der Kundgebung "Gute Zukunft für alle - Bielefeld ist bunt und weltoffen!" schlossen sich den Angaben zufolge zehnmal mehr Menschen an als erwartet. Hier hatte der Versammlungsleiter im Vorfeld 300 bis 400 Teilnehmer angemeldet.
Polizei-Aufgebot aus ganz NRW
Die Bielefelder Polizei begleitete beide Demonstrationen mit einem Großaufgebot. Einsatzhundertschaften aus ganz Nordrhein-Westfalen unterstützten die Bielefelder Polizei dabei, ein Aufeinandertreffen der beiden Gruppen zu verhindern. Mit Ausnahme einer Sitzblockade von 35 Personen des linken Spektrums seien die Versammlungen weitgehend friedlich und störungsfrei verlaufen, teilte die Polizei mit.
Die Protestbewegung "Projekt M1llion" fordert unter anderem den Rücktritt der Bundesregierung samt Neuwahlen und ein Ende der Migrationspolitik. Die Initiative will an die Tradition der friedlichen Revolution in der DDR anknüpfen. Bei einer Demo am 8. August in Plauen nahmen wie angemeldet 10.000 Menschen teil. Am 8. Juni hatte die Bewegung zu einer Versammlung in Berlin aufgerufen. Dort kamen statt der angemeldeten 10.000 Teilnehmer nach einer Schätzung der Polizei aber nur 2.000 Demonstranten ans Brandenburger Tor.