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ThüringenThüringens Bruttoinlandsprodukt gesunken

24.09.2026, 15:00 Uhr
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Während die Wirtschaftsleistung deutschlandweit im ersten Halbjahr wächst, schrumpft sie in Thüringen. Wo der Freistaat im Länder-Vergleich steht.

Erfurt (dpa/th) - Im Freistaat ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Halbjahr preisbereinigt zurückgegangen. Der Wert aller in Thüringen hergestellten Waren und Dienstleistungen nahm gegenüber dem Vorjahresreitraum um 0,8 Prozent ab, wie das Statistische Landesamt mitteilte. Basis für die Daten sind kurzfristige Schätzungen des Arbeitskreises "Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder".

Schlusslicht im Ländervergleich

Neben Thüringen verzeichneten preisbereinigt auch das Saarland (-0,1 Prozent) und Sachsen (-0,3 Prozent) ein Minus beim BIP. In Thüringen fiel es am höchsten aus - der Freistaat ist damit Schlusslicht. Deutschlandweit stieg das BIP im ersten Halbjahr um 0,9 Prozent.

Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John bezeichnete die neuen Zahlen als "klares Warnsignal". "Vor allem der erhoffte Aufschwung in der Industrie ist ausgeblieben. Gerade ein stark industriell geprägtes Land wie Thüringen bekommt das besonders zu spüren", sagte die CDU-Politikerin. Es habe die Hoffnung gegeben, dass der Industriemotor spätestens 2026 wieder anspringe. Das sei aber bislang nicht passiert.

Wachstumssignal statt Warnsignal

Boos-John forderte bessere Standortbedingungen in Deutschland und in der EU - etwa durch wettbewerbsfähige Energiepreise, weniger Bürokratie und niedrigere Steuer- und Abgabenbelastungen für die Unternehmen, wie sie sagte. "Hohe Energie- und Arbeitskosten, Bürokratie und regulatorische Belastungen sowie die anhaltende Unsicherheit auf wichtigen internationalen Absatzmärkten treffen unsere Unternehmen unmittelbar."

Die aktuellen BIP-Zahlen müssten ihrer Ansicht nach als "Aufforderung zum Handeln" verstanden werden. "Wir müssen jetzt alles daransetzen, Investitionen zu erleichtern, Innovationen voranzubringen, Fachkräfte zu sichern und die Kostenbelastung unserer Unternehmen zu senken. Entscheidend ist, dass aus dem Warnsignal möglichst schnell wieder ein Wachstumssignal wird", sagte sie.

Quelle: dpa

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