"Sehr erfolgreich" - Galeria meldet nach Pleite deutliches Umsatzplus
Die insolvente Warenhauskette Galeria sieht sich für das Weihnachtsgeschäft gut aufgestellt. Unmittelbar vor dessen Beginn liege der Umsatz deutlich über Vorjahr, teilte das Unternehmen mit. Mit kühleren Temperaturen sei man "sehr erfolgreich" in die Herbstsaison gestartet.
Die Belieferungsprozesse liefen "nach kurzfristigen Herausforderungen" wieder stabil, hieß es weiter. Auch temporär abgesperrte Sortimentsbereiche seien bereits seit einigen Tagen wieder vollständig für den Verkauf freigegeben. Auch Gutscheine könnten seit vergangener Woche wieder eingelöst und erworben werden. Überdies würden Bestellungen im Online-Shop wieder regulär bearbeitet und innerhalb der üblichen Zeiten geliefert.
Galeria hatte Anfang Oktober erneut einen Insolvenzantrag gestellt. Der Geschäftsbetrieb in den 83 Filialen läuft vorerst weiter. Ob und welche Standorte schließen müssen, ist offen.
Nivea "schützen": Hersteller Beiersdorf rechtfertigt Geschäft in Russland
Der deutsche Konsumgüterkonzern Beiersdorf ist weiter in Russland vertreten, um die Markenrechte an Nivea zu schützen, und will das auch so fortsetzen. Das sagte Beiersdorf-Chef Vincent Warnery in der Telefonkonferenz mit Analysten und Medien. "Wir wissen, dass jemand anderes Nivea dort produziert hätte, wenn wir Russland verlassen hätten", so Warnery. "Wir werden mit unserer Marke in Russland bleiben, unsere Haltung zu Russland hat sich nicht verändert."
Beiersdorf hat keine eigene Produktion in Russland. Der Konzern, der seit 1906 in Russland vertreten ist, habe 2022 beschlossen, La Prairie und Tesa aus dem russischen Markt zu entfernen, das Sortiment insgesamt dort um 65 Prozent zu reduzieren und dort keine Werbung für die eigenen Produkte mehr zu machen. All diese Ankündigungen seien in die Tat umgesetzt worden, so Warnery.
Auch in der Ukraine hat Beiersdorf keine eigene Produktion. Der Umsatz in beiden Ländern macht nach früheren Angaben zusammen weniger als 3 Prozent im Consumer-Segment aus und weniger als 1 Prozent im Segment Tesa und noch weniger beim operativen Gewinn (Ebit).
Boeing schafft es nicht aus der Verlustzone
Die zahlreichen Probleme in der Verkehrsflugzeugsparte haben Boeing im dritten Quartal erneut rote Zahlen beschert. Der Airbus-Rivale bezifferte den Verlust auf 116 Millionen (Vorjahr: 5,3 Milliarden) Dollar. Der Umsatz legte um vier Prozent auf 24,2 Milliarden Dollar zu. Das Geschäft mit Verkehrsflugzeugen verzeichnete allein einen operativen Verlust von 697 Millionen Dollar bei leicht sinkenden Umsätzen von 10,7 Milliarden. Boeing begründete das Minus mit einer ungünstigen Zusammensetzung der produzierten Maschinen und höheren Produktionskosten über die gesamte Lieferkette. Dazu kam eine Abschreibung auf das Großraumflugzeug-Programm 777X. Dagegen verdiente der Rüstungsbereich - auch dank eines Spartenverkaufs - fast eine halbe Milliarde Dollar.
Das Unternehmen ist gerade dabei, die Produktion des Verkaufsschlagers 737 von 42 auf 47 Flugzeuge pro Monat hochzuschrauben. Man sei auf einem guten Weg, hieß es am Dienstag - doch die Zielmarke hätte eigentlich schon im Sommer erreicht werden sollen. Boeing-Chef Kelly Ortberg hatte im September aber eingeräumt, man komme mit der Produktion der Tragflächen nicht hinterher.
Auch dank eigener Milchmarke: Coca-Cola meldet Gewinnsprung
Der Getränkeriese Coca-Cola schwimmt auf einer Erfolgswelle und hebt seine Gewinnprognose für das laufende Jahr an. Vor allem zuckerfreie Limonaden und Premiumgetränke wie die Milchmarke Fairlife fänden bei den Kunden Anklang, teilte der Konzern mit. Für das laufende Jahr rechne der Vorstand daher nun mit einem währungsbereinigten Gewinnwachstum je Aktie von mindestens neun Prozent. Zuvor hatte die Prognose bei sieben bis acht Prozent gelegen.
Die Zuversicht speist sich aus starken Zahlen: Im dritten Quartal sei der Umsatz um 7,4 Prozent auf 13,38 Milliarden Dollar gestiegen und habe die Erwartungen der Analysten übertroffen. Um die Nachfrage trotz hoher Inflation zu stützen, setze Coca-Cola auf einen Mix aus kleineren, günstigeren Packungen und neuen, teureren Geschmacksrichtungen wie Coca-Cola Cherry Float. Zudem habe der Getränkeriese von der Fußball-Weltmeisterschaft im Juli profitiert, die den Verkauf von Energy-Drinks angekurbelt habe.
100 Milliarden Dollar - ist die Anthropic wirklich so viel wert?
Trotz Gewinnsteigerung: Aktien von Europas größter Bank brechen ein
Die Umsatzzahlen von Europas größtem Geldhaus HSBC bereiten den Anlegern Kopfschmerzen: Die Titel stürzen in London um bis zu 7,5 Prozent ab und belasten den europäischen Bankensektor, nachdem das Umsatzwachstum im dritten Quartal hinter den Erwartungen zurückgeblieben war.
Das Vermögensverwaltungsgeschäft stagnierte lediglich, nach jeweils zweistelligen Zuwächsen in den ersten beiden Quartalen. Auch mit einem Anstieg des Vorsteuergewinns um knapp ein Drittel sowie einem Aktienrückkaufprogramm im Wert von bis zu einer Milliarde Dollar konnte HSBC nicht punkten. Investoren und Analysten konzentrierten sich vielmehr auf die ausbleibende Anhebung der Prognose. Der Bankenindex fiel zeitweise 1,5 Prozent.
Zahl der Firmenpleiten schnellt in die Höhe
Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland steigt einer Studie zufolge in diesem Jahr um acht Prozent auf den höchsten Stand seit 2013. Es dürfte 25.900 Unternehmensinsolvenzen geben und damit mehr als bisher erwartet, wie aus einer Untersuchung des Kreditversicherers Allianz Trade hervorgeht. "Das ist der höchste Stand seit 13 Jahren", sagte Milo Bogaerts, Chef von Allianz Trade in Deutschland, Österreich und der Schweiz. "Besonders betroffen sind Transport und Logistik, Bau, Gastgewerbe sowie die Automobil- und Maschinenbauindustrie." Im Frühjahr hatte der Kreditversicherer nur mit plus zwei Prozent gerechnet beziehungsweise bei einem anhaltenden Nahostkonflikt mit vier Prozent mehr Insolvenzen.
Kommendes Jahr rechnet Allianz Trade mit einer Stabilisierung auf dem aktuellen hohen Niveau. "Für 2027 ist erst einmal keine Entspannung in Sicht", sagte Bogaerts. Als Gründe nannte er einen ungünstigen Mix aus anhaltender Konjunkturflaute, struktureller Belastungen wie Fachkräftemangel und hoher Betriebskosten sowie den Nahostkonflikt. "Erst 2028 zeichnet sich eine Trendwende ab." Dann dürfte es einen Rückgang um fünf Prozent auf 24.600 Fälle geben.
Pharma-Riese schraubt Ziele nach oben
Novartis hat nach einem starken dritten Quartal seine Ergebnisprognose angehoben. Dank kräftiger Medikamentenverkäufe stieg der bereinigte operative Gewinn von Juli bis September um elf Prozent auf 6,04 Milliarden Dollar, wie der Schweizer Pharmakonzern mitteilte. Der Umsatz kletterte um vier Prozent auf 14,52 Milliarden Dollar. Der Vorstand rechnet nun für das operative Kernergebnis im Gesamtjahr mit einer Stagnation oder einem Wachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Bislang hatte Novartis hier einen Rückgang in dieser Größenordnung prognostiziert. Die Erwartung eines Umsatzwachstums im niedrigen einstelligen Prozentbereich behielt der Konzern bei.
Dax dreht ins Plus
Europas Börsen drehen am Mittag ins Plus. Das Umfeld ist leicht stützend: Die Rendite der 10-jährigen US-Benchmarkt fällt leicht zurück, auch gibt der Ölpreis etwas nach. Für den Dax geht es um 0,4 Prozent auf 25.510 nach oben.
Im Handel wird nur begrenztes Potenzial nach oben gesehen vor den anstehenden Zentralbankentscheidungen bzw. Geschäftszahlen von Technologie-Schwergewichten in den kommenden Tagen. Ein nachhaltiges Überwinden der Hürde um 25.500/550 zeichnet sich im Dax zunächst nicht ab.
Kreuzfahrt-Havarie kostet Tui "nur" drei bis fünf Millionen Euro
Der jüngste Schiffsunfall der "Mein Schiff 3" hat aus Sicht von MWB keine negativen Auswirkungen auf die Tui-Anlageempfehlung. Der finanzielle Nettoeffekt der Kollision mit dem Containerschiff "MSC Victorine" in Bremerhaven und der Absage einer 20-tägigen Kanaren-Kreuzfahrt wegen Werftarbeiten sei gering.
Zwar belaufe sich der operative Brutto-Umsatzausfall bei Tui Cruises durch Rückerstattungen und entgangene Bordeinnahmen auf 10 bis 12 Millionen Euro, der Großteil der Verluste dürfte jedoch durch die reguläre Seeversicherung abgedeckt werden, so die Analysten. Zudem schlage der verbleibende Schaden bei Tui aufgrund der Bilanzierung von Tui Cruises als 50-Prozent-Beteiligung auf der Ergebnisseite nur begrenzt durch. Die verbleibende, ungedeckte Belastung für das bereinigte EBIT von Tui liege bei lediglich 3 bis 5 Millionen Euro.
Investmentbankerin gibt Anleger-Tipps für Einsteiger
Anthropic-Börsengang treibt Chip-Aktien auch in Asien und Europa
Die Aktien europäischer Halbleiterunternehmen notieren im grünen Bereich, nachdem die Unterlagen für den Börsengang von Anthropic neuen Optimismus bei Aktien mit Bezug zu Künstlicher Intelligenz (KI) geweckt hatten.
In Asien schloss die südkoreanische SK Hynix 5,2 Prozent höher und Samsung Electronics legte um 4,2 Prozent zu. Die europäischen Aktien reagierten bereits am Montagnachmittag auf die IPO-Unterlagen von Anthropic, doch die Gewinne setzen sich heute fort. Die Aktien des niederländischen Halbleiterausrüsters ASML und des kleineren Konkurrenten ASM International steigen um 0,4 Prozent beziehungsweise 1,6 Prozent. Der niederländische Zulieferer von Halbleitermontageanlagen BE Semiconductor Industries legt um 8,8 Prozent zu, nachdem Applied Materials mitgeteilt hatte, seinen Anteil an der Gruppe auf rund 20 Prozent zu erhöhen. Der deutsche Chiphersteller Infineon gewinnt 1,2 Prozent. STMicroelectronics steigt um 1,6 Prozent.
Beiersdorf-Umsatz sinkt
Beiersdorf hat den Abwärtstrend seiner Kernmarke Nivea im dritten Quartal etwas gebremst. Die Hamburger verbuchten von Juli bis September im Konzern einen Rückgang des organischen Umsatzes um 1,3 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro, wie der Konsumgüterkonzern mitteilten. Die Geschäfte mit Nivea schrumpften dabei um 4,9 Prozent, im Halbjahr waren es noch 7,5 Prozent gewesen. "Im dritten Quartal hat sich die Geschäftsentwicklung in unserem gesamten Consumer-Geschäft im Vergleich zur ersten Jahreshälfte verbessert", bilanzierte Konzernchef Vincent Warnery.
Für 2026 rechnet Warnery weiter mit einem organischen Umsatzminus im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Die Gewinnmarge wird bei mindestens 11,8 Prozent erwartet, im Vorjahr waren es 14 Prozent gewesen. Warnery hatte sich für 2026 bereits auf ein unsicheres Marktumfeld eingestellt. Nivea ist nach Jahren des Wachstums unter Druck geraten. Die Verbraucher achten angesichts hoher Lebenshaltungskosten stärker auf den Preis und sind wählerischer geworden. Beiersdorf will gegensteuern und das Angebot bei Nivea ausweiten. Es soll günstigere Produkte geben und das Werbebudget allein im zweiten Halbjahr um 100 Millionen Euro steigen. Es gebe erste Anzeichen, dass der Plan greife, erklärte Beiersdorf.
Aktie rutscht ab ans Dax-Ende - Mercedes korrigiert Gewinnerwartung
Mercedes-Benz hat mit Verweis auf das schwache China-Geschäft und steigende Kosten seine Gewinnprognose für dieses Jahr gesenkt. Das Betriebsergebnis werde jetzt auf Vorjahresniveau statt deutlich darüber erwartet, erklärte der Dax-Konzern in einer Pflichtmitteilung. Im Hauptgeschäftsfeld Mercedes-Benz Cars werde eine Marge von zwei bis drei Prozent erwartet - bisher war die Prognosespanne drei bis fünf Prozent gewesen.
Einen Tag vor der offiziellen Bekanntgabe nannte Mercedes-Benz vorläufige Zahlen für das dritte Quartal. Das Betriebsergebnis lag demnach mit 1,77 Milliarden Euro über der Markterwartung von 1,6 Milliarden Euro. Die Pkw-Sparte erzielte eine bereinigte Rendite von 2,5 Prozent, in etwa so, wie von Analysten erwartet. Das kleinere Geschäftsfeld Vans verdiente mit einer Marge von 9,4 Prozent mehr als die Schätzungen am Finanzmarkt.
An der Börse rauschte die Aktie nach Veröffentlichung der Mitteilung um mehr als 5 Prozent nach unten und ist damit aktuell schwächster Wert im Dax.
Chinas Milliardärsliste: Tiktok-Gründer erobert Platz eins zurück
Tiktok-Gründer Zhang Yiming hat Dank des Booms bei Künstlicher Intelligenz in einem Ranking den Spitzenplatz als reichster Mann Chinas zurückerobert. Das Vermögen des 43-Jährigen werde auf 99,7 Milliarden US-Dollar (derzeit etwa 89,3 Mrd. Euro), geschätzt, was 43 Prozent über dem Vorjahreswert liege, teilte das in Shanghai ansässige Institut hinter Chinas Reichenliste "Hurun-Report" mit.
Zhang ist Gründer des ByteDance-Konzerns, zu dem Tiktok gehört. Hinter seinem Vermögenszuwachs sahen die Experten auch die "aggressiven Bemühungen" des Konzerns im Bereich KI. Laut "Hurun"-Chef Rupert Hoogewerf zeigte sich in diesem Jahr ein zweigeteiltes Bild. "Unternehmer aus den Bereichen KI, Halbleiter und Robotik legten kräftig zu, während diejenigen aus den Bereichen Konsumgüter, Immobilien und traditionelle Fertigung ihr Vermögen schrumpfen sahen", sagte er laut Mitteilung.
Neu unter den zehn Reichsten stand zum Beispiel der Gründer des chinesischen KI-Unternehmens DeepSeek, Liang Wenfeng. Der 41-Jährige belegte mit einem geschätzten Vermögen von 41,7 Milliarden US-Dollar Platz sieben. Der gleichaltrige Chen Tianshi vom KI-Chipentwickler Cambricon stand auf Platz zehn mit geschätzt 30,5 Milliarden US-Dollar.
KI-Technologie: Applied Materials baut Beteiligung aus
Applied Materials will seine Beteiligung an dem niederländischen Partnerunternehmen BE Semiconductor Industries (BESI) von neun auf rund 20 Prozent aufstocken, um die Zusammenarbeit bei hochentwickelten Packaging-Technologien für KI-Chips zu vertiefen. Der Zukauf erfolge über ein beschleunigtes Aktienkaufverfahren und müsse noch von den US-Kartellbehörden genehmigt werden, teilte der US-Halbleiterausrüster mit. Der Konzern erklärte weiter, es sei nicht geplant, den Anteil über die Marke von rund 20 Prozent hinaus zu erhöhen oder einen Sitz im Verwaltungsrat der Niederländer anzustreben.
Das US-Unternehmen ist seit dem Erwerb eines neunprozentigen Anteils im April 2025 der größte Aktionär von BESI. Beide Firmen kooperieren seit 2020 bei speziellen Verbindungstechniken für Hochleistungschips.
Fragile Lage am Ölmarkt
Am Rohstoffmarkt geben die Ölpreise nach. Die Öl-Sorte Brent verbilligt sich um 0,7 Prozent auf 114,95 Dollar je Barrel und entfernt sich damit von ihrem Sechsmonatshoch. Anleger wiegen die Chancen auf eine Beilegung des Krieges der USA und Israels mit dem Iran ab, was die Angebotssorgen vorerst dämpft. Die Stimmung bleibt jedoch fragil. Das Angebot sei weiterhin die Hauptsorge, erklärt Nick Twidale, Chef-Marktstratege bei ATFX Global. Sollten die Exporte bedroht werden, könnte der Brent-Preis die jüngsten Höchststände schnell wieder erreichen und möglicherweise in Richtung 120 Dollar steigen. Der seit fast acht Monaten andauernde Krieg hat weite Teile des Nahen Ostens erfasst, die Ölpreise in die Höhe getrieben und Inflationssorgen geschürt. Dies hat auch die globalen Zinsaussichten verändert und rückt die anstehenden Entscheidungen der Zentralbanken in dieser Woche stärker in den Fokus.
Dax rudert zurück
Der Dax startet mit Abschlägen in das heutige Geschäft. Der deutsche Börsenleitindex notiert aktuell im Bereich von 25.345 Punkten, nachdem er zum Wochenbeginn noch 0,9 Prozent auf 25.411 Zähler zugelegt hatte. Zwar stützen die positiven Vorgaben von Seiten der Wall Street, aber in Asien senden die Börsen keine einheitlichen Signale. Am Markt spricht man von Zurückhaltung und verweist auf die in dieser Woche noch anstehenden Geschäftszahlen etwa von Alphabet oder Microsoft.
Aktien mit KI-Bezug sind gesucht
Heute lässt sich an den Börsen in Ostasien und Australien keine einheitliche Tendenz ausmachen. Meist dominiert Zurückhaltung vor den anstehenden Zinsentscheiden verschiedener Notenbanken und einer Flut von Unternehmenszahlen im Wochenverlauf. Aktien mit KI-Bezug sind jedoch gesucht, nachdem Anthropic den Prospekt seines geplanten Börsengangs veröffentlicht und damit die Furcht vor einer Blasenbildung zerstreut hat.
In Tokio steigt der Nikkei-Index um 1,5 Prozent. Der breiter gefasste Topix legt um 0,4 Prozent zu. Abseits des Chipsektors verteuern sich Shin-Etsu Polymehr um 12,7 Prozent, nachdem das Unternehmen Eckdaten zum ersten Geschäftshalbjahr vorgelegt hat. An der Börse in Seoul rückt der Kospi um 3,1 Prozent vor, auch gestützt vom überraschend starken südkoreanischen Wirtschaftswachstum im dritten Quartal. Die Aktien der beiden Chipgiganten Samsung Electronics und SK Hynix gewinnen 4,5 und 6,4 Prozent.
Die chinesischen Börsen zeigen sich derweil mit kleinen Verlusten. Der Composite-Index in Shanghai liegt 0,3 Prozent im Minus, der Hang-Seng-Index in Hongkong sinkt um 0,6Prozent. In Sydney steigt der S&P/ASX-200 um 0,5 Prozent und zeigt sich damit erholt von anfänglichen Verlusten.
Porsche-Absatz schwach, aber …
Porsche hat sich vom Gewinneinbruch des vergangenen Jahres etwas erholt. Von Januar bis September sank der Umsatz um knapp sechs Prozent auf 25,28 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis belief sich auf 1,74 Milliarden Euro nach gerademal 40 Millionen Euro vor Jahresfrist, wie der Sportwagenbauer mitteilte. Damals hatte Porsche hohe Abschreibungen und Kosten für Personalabbau verbucht. Der Umsatz sank damit nicht so stark wie der Absatz (minus 16 Prozent), da mehr margenstarke Modelle verkauft worden seien.
Die operative Rendite liegt nach neun Monaten mit 6,9 Prozent in dem für 2026 angepeilten Korridor von 5,5 bis 7,5 Prozent. Porsche leidet unter einem Einbruch des China-Geschäftes, gestiegenen US-Importzöllen und zu geringer Nachfrage nach Elektroautos im Sportwagenmarkt.
DoorDash steht vor 17-Milliarden-Dollar-Deal
DoorDash befindet sich einem Insider zufolge in fortgeschrittenen Gesprächen über die Übernahme des Lebensmittel-Lieferdienstes Instacart. Bei dem Geschäft könnte Instacart mit etwa 17 Milliarden Dollar bewertet werden. Eine Einigung könnte am Mittwoch erzielt werden, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person. Es gebe jedoch keine Garantie für einen erfolgreichen Abschluss. Die Instacart-Aktie legte im regulären Handelsverlauf um rund acht Prozent zu. Die Papiere des US-Essenslieferanten DoorDash gaben dagegen um etwa sechs Prozent nach. Instacart wurde am Freitag an der Börse mit rund 13 Milliarden Dollar bewertet.
Starker Wochenauftakt - und nun?
Nach den Kursgewinnen zu Wochenbeginn dürften Europas Börsen wenig verändert starten. Das Umfeld ist recht günstig angesichts steigender Notierungen an den asiatischen Börsen. Daneben rentieren US- und französische zehnjährige Benchmarkanleihen jeweils unter 5 Prozent, auch gibt der Brent-Ölpreis nach. Allerdings dürften Anleger nicht zu stark ins Risiko gehen vor den geldpolitischen Entscheidungen der Bank of Japan, der US-Notenbank sowie der EZB in der laufenden Woche.
Angesichts der anhaltend hohen Energiepreise und der wachsenden Inflationsrisiken werden Anleger jedes Wort der Notenbanker auf die Goldwaage legen. "Die entscheidende Frage lautet, wie weit die Währungshüter bei der Inflationsbekämpfung gehen müssen, ohne die ohnehin fragile Konjunktur zusätzlich zu belasten", heißt es bei CMC. Es wird erwartet, dass sowohl die Fed als auch die EZB die Leitzinsen bestätigen werden, im Fokus wird daher der Ausblick stehen.
Preiskampf in der Kfz-Versicherung ist zurück
In der Kfz-Versicherung hat eine dreijährige Phase teils drastischer Preiserhöhungen ihr Ende gefunden: Zwei Prozent mehr als vor einem Jahr kosten Kfz-Policen zu Beginn der alljährlichen Wechselsaison im Mittel der drei Versicherungsarten - Haftpflicht sowie Voll- und Teilkasko - nach Analyse des Vermittlungsportals Verivox. Das entspricht einem vergleichsweise moderaten Anstieg, der unter der allgemeinen Inflationsrate liegt. Im günstigen Preissegment sind die Preise laut Verivox sogar im Schnitt um knapp zwei Prozent gesunken.
Alljährlich im November und Dezember wechseln Millionen Autobesitzer in Deutschland auf der Suche nach günstigeren Tarifen ihre KFZ-Versicherung. In den vergangenen drei Jahren waren tatsächlich billigere Policen Mangelware. Im mittleren Preissegment kosten Haftpflichtpolicen laut Verivox in diesem Jahr im Schnitt 3,1 Prozent mehr, während die Preise günstigerer Versicherer um 1,2 Prozent niedriger sind als vor einem Jahr. Teilkasko ist in diesem Herbst im mittleren Preissegment 0,4 Prozent teurer, im günstigen ein Prozent günstiger. Bei Vollkasko-Policen, die auch selbst verschuldete Schäden am eigenen Auto abdecken, geht die Entwicklung etwas stärker auseinander: 1,6 Prozent mehr im mittleren Preissegment, 2,3 Prozent weniger im günstigen.
Deutscher IT-Dienstleister senkt Umsatzprognose
Cancom nimmt seine Umsatzerwartung für das laufende Jahr nach einem enttäuschenden Quartal zurück und geht nun von einem weitgehend stagnierenden Geschäft aus. Der Umsatz werde 2026 zwischen 1,65 und 1,75 Milliarden liegen, teilte der Münchner IT-Dienstleister mit. Bisher lag die erwartete Spanne 100 Millionen Euro höher. "Der strukturelle Digitalisierungsbedarf ist unverändert hoch. Längere Entscheidungszyklen und Projektverschiebungen, insbesondere im Bereich Workplace, wirken sich jedoch auf die Kundennachfrage aus", erklärte Cancom. Im dritten Quartal lag der Umsatz mit 412 Millionen Euro um drei Prozent unter Vorjahr.
Das operative Ergebnis (Ebitda) sank von Juli bis September um elf Prozent auf 24,1 Millionen Euro. An der - breit gefassten - Gewinnprognose für das Gesamtjahr hält Cancom aber fest: Das Ebitda soll auf 110 bis 130 Millionen von 102,5 Millionen Euro steigen.
Zinsen: "Das Gefahrenpotenzial ist riesig im Moment"
Hendrik Leber, Geschäftsführer von Acatis, sieht in der aktuellen Zinsentwicklung ein großes Krisenrisiko. "Die nächste Krise geht auf der Zinsseite los", sagt er in der ntv Wirtschaft. Daraus leitet sich auch eine mögliche Gefahr für den Aktienmarkt ab.
KI-Fantasie beflügelt Asien-Börsen
Die Aussicht auf den Börsengang des KI-Vorreiters Anthropic und eine milliardenschwere Kapitalerhöhung von Meta beflügeln die asiatischen Aktienmärkte. Der technologielastige südkoreanische Kospi klettert zeitweise um fast fünf Prozent auf 5737 Zähler nach oben. In Tokio legt der Nikkei-Index 2,1 Prozent auf 63.484 Punkte zu, während der breiter gefasste Topix 0,7 Prozent höher bei 4000 Zählern notiert. In China halten sich die Anleger eher zurück: Der Shanghai Composite verliert 0,1 Prozent auf 3693 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen notiert ebenfalls fast unverändert bei 4098 Punkten.
Für gute Stimmung sorgten die Pläne von Meta, bei seiner bislang größten Kapitalbeschaffung bis zu 95 Milliarden Dollar einzusammeln. Zudem reichte Anthropic, das Unternehmen hinter dem Chatbot Claude, die Unterlagen für einen US-Börsengang ein und wies dabei neben einem rasanten Umsatzwachstum auch hohe Verluste aus. "Der Markt hat erleichtert auf die Nachricht vom Börsengang von Anthropic reagiert, während die Aktien der Technologie-Schwergewichte dem Anstieg des US-Chip-Index folgten", erläutert Daisuke Hashizume, Senior-Stratege bei Daiwa Securities, die Entwicklung an der Börse Tokio. So legen die Aktien des Chip-Testgeräte-Herstellers Advantest um zehn Prozent zu.
Aber die Skepsis bleibt, ob sich die hohen Investitionen in die Künstliche Intelligenz (KI) auch in entsprechende Gewinne ummünzen lassen. "Investoren brauchen die Zuversicht, dass aggressive Investitionsausgaben dauerhafte geschäftliche Bedürfnisse widerspiegeln", sagte Anthony Saglimbene, Chef-Marktstratege bei Ameriprise.
Microsoft bietet in großem Stil Abfindungen an
Microsoft hat rund 60.000 Mitarbeitern angeboten, das Unternehmen freiwillig mit einer Abfindung zu verlassen. Das Angebot richtet sich an Beschäftigte einiger Bereiche in Kanada, Indien, Großbritannien und den USA, wie Microsoft mitteilte.
Microsoft hatte zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres Ende Juni rund 223.000 Beschäftigte. Damit adressiert das Angebot zumindest theoretisch über ein Viertel der Belegschaft. Microsoft selbst gehe aber davon aus, dass die Annahmequote weitaus niedriger sein werde als die 30 Prozent bei einem vorherigen Vorruhestandsangebot, schrieben der Finanzdienst Bloomberg und die Website "Geekwire" unter Berufung auf das Unternehmen. Der Windows-Konzern hatte erst vor wenigen Monaten etwa 4.800 Arbeitsplätze gestrichen.
Yen steht im Devisengeschäft im Fokus
Am Devisenmarkt ist der japanische Yen als sicherer Hafen gefragt und notiert im Vorfeld des Zinsentscheids der Bank of Japan (BOJ) am Freitag zuletzt bei 157,72 Yen pro Dollar. Experten erwarten, dass die Notenbank ihren fast 14-jährigen Kampf für das Erreichen des Inflationsziels von zwei Prozent als gewonnen erklären wird. Zugleich dürfte die BOJ betonen, dass die Preise über das Ziel hinausschießen könnten, was auf eine mögliche Zinserhöhung im Dezember hindeutet.
Gegenüber der chinesischen Währung legt der Dollar leicht auf 6,6678 Yuan zu. Zur Schweizer Währung rückt er etwas auf 0,8272 Franken vor. Parallel dazu bleibt der Euro fast unverändert bei 1,1173 Dollar und zieht leicht auf 0,9242 Franken an.
Hoffnung auf die Jahresendrally
Einen ordentlichen Wochenstart hat der Dax hingelegt. Der deutsche Börsenleitindex gewann gestern 0,9 Prozent und schloss mit einem Stand von 25.411 Punkten. Für Erleichterung sorgte die Bestätigung der Bonitätseinstufung Frankreichs mit "Aa3" durch die Ratingagentur Moody's - trotz des stetigen Anstiegs der Verschuldung und der politischen Zersplitterung, welche die Eindämmung der Kreditaufnahme erschwert. Moody's begründete dies mit der diversifizierten Wirtschaft des Landes und den starken öffentlichen Institutionen. Ein positives Signal sendete auch der IFO-Index.
Heute verhandelt der Bundesgerichtshof (BGH) über die Pflicht sozialer Netzwerke, rechtswidrige Falschbehauptungen umfassend zu löschen. Geklagt hat die Grünen-Politikerin Renate Künast gegen den Facebook-Mutterkonzern Meta, da ihr auf der Plattform ein falsches Zitat untergeschoben worden war. Während Meta den konkreten Beitrag nach einer Beschwerde entfernte, fordert Künast, dass das Netzwerk auch proaktiv nach sinngleichen Abwandlungen sucht und diese löscht. Nachdem das Landgericht ihr in der Löschungsfrage recht gegeben, einen Schadenersatz aber abgelehnt hatte, zogen beide Seiten vor den BGH. Dieser hatte das Verfahren zunächst ausgesetzt, um ein inzwischen vorliegendes Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) abzuwarten.
Unternehmensseitig richtet sich der Blick der Anleger auf frische Geschäftszahlen. So veröffentlicht etwa der kriselnde Sportwagenbauer Porsche Finanzzahlen für das dritte Quartal. Analysten erwarten trotz eines weiteren Absatzrückgangs von mehr als zehn Prozent eine leichte Stabilisierung. So sehen die Prognosen der Fachleute im Schnitt einen Rückgang des Umsatzes um gut drei Prozent auf 8,4 Milliarden Euro und ein Betriebsergebnis von 331 Millionen Euro vor, mehr als doppelt soviel wie vor Jahresfrist. Damals hatte Porsche hohe Abschreibungen und Kosten für Personalabbau verbucht. Analysten sehen den MDax-Konzern auf Kurs zu den Jahreszielen eines Umsatzes auf Vorjahresniveau von rund 36 Milliarden Euro und einer operativen Rendite zwischen 5,5 und 7,5 Prozent.
Zudem gewährt der US-Flugzeugbauer Boeing vor US-Börseneröffnung einen Blick in seine Bücher. Der Konzern kann einerseits auf Erfolge wie den F/A-XX-Rüstungsauftrag und die Zulassung seiner Jets vom Typ 737 MAX verweisen. Andererseits kämpft Boeing mit Produktionsproblemen bei den Modellen 737 und 787, die den geplanten Hochlauf der Fertigung bremsen. Ein Rechtsstreit mit dem Zulieferer Vaero um wichtige Flügelkomponenten hat die Produktion des 777-Frachtflugzeugs Insidern zufolge für fast zwei Monate lahmgelegt. Der Engpass kostete Boeing laut Gerichtsunterlagen bis zu 6,5 Millionen Dollar pro Tag.
Die komplette Terminvorschau für diese Woche finden Sie hier.







