Importpreise steigen sprunghaft
Teure Energie treibt die deutschen Importpreise sprunghaft in die Höhe. Diese legten im September um 10,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Dies war der stärkste Anstieg seit November 2022. Experten hatten mit einem Zuwachs von 10,3 Prozent gerechnet. Im August hatte das Plus bei 8,3 Prozent gelegen. Von August auf September zogen die Einfuhrpreise um 2,1 Prozent an.
Besonders stark wirkte sich der Krieg im Nahen Osten weiterhin auf die Energiepreise aus: Gegenüber September 2025 stiegen die Importpreise für elektrischen Strom um 96,2 Prozent und für Mineralölerzeugnisse um 81,3 Prozent deutlich.
Glyphosat-Albtraum vor dem Ende? Bayer räumt den nächsten Sieg in USA ab
Eine Geschworenen-Jury im US-Bundesstaat Missouri hat in der Nacht in einem Glyphosat-Prozess einstimmig zugunsten von Bayer geurteilt. Das teilte der Pharma- und Agrarchemiekonzern mit.
Nachdem Bayer im Juni einen wegweisenden Glyphosat-Fall vor dem obersten US-Gericht gewonnen hatte, war der Prozess in Missouri wichtig, weil die Kläger andere Argumente gegen Bayer vorbrachten .Infolge des Urteils des US Supreme Court sind Prozesse gegen Bayer im Grunde nicht mehr möglich, in denen Kläger sich auf fehlende Krebswarnungen auf Verpackungen von Unkrautvernichtern stützen wollen.
Der aktuelle Sieg vor Gericht dürfte auch den Bemühungen von Bayer Rückenwind liefern, die Causa Glyphosat, die schon Milliarden verschlungen hat, weitgehend abzuhaken .Im Fokus steht nun eine noch ausstehende richterliche Entscheidung über seinen Sammelvergleich. In dessen Rahmen wird Bayer bis zu 21 Jahre lang abnehmende, gedeckelte jährliche Zahlungen von insgesamt bis zu 7,25 Milliarden US-Dollar leisten.
Puma macht einen Riesensprung an die MDax-Spitze
Die Aktien von Puma sind nach der Bilanzvorlage um mehr als sechs Prozent gestiegen und liegen an der Spitze der MDax-Gewinner. Der Sportartikelhersteller grenzte die Prognosespanne für seinen operativen Verlust im Jahr 2026 ein. Der dabei veränderte Mittelwert könne darauf hindeuten, dass Puma eine möglichst bereinigte Ausgangsbasis für 2027 schaffen wolle, kommentierten die Analysten von Jefferies.
"Der Fokus der Anleger verschiebt sich auf das kommende Jahr und Anzeichen, dass Puma wieder wachsen könnte", sagte ein Händler. Der Rückgang der Lagerbestände und der Nettoverschuldung seien ebenfalls zu begrüßen, hieß es bei Jefferies weiter.
Deutsche Wirtschaft legt im Sommer überraschend zu
Die deutsche Wirtschaft ist im Sommer trotz der Belastungen durch den Iran-Krieg weiter gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt stieg von Juli bis September um 0,2 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt in einer ersten Schätzung mitteilte. Ökonomen hatten nur mit einem Plus von 0,1 Prozent gerechnet. Im Frühjahr hatte es noch zu 0,3 Prozent Wachstum gereicht.
Insgesamt stehen in Deutschland die Zeichen zwar auf eine konjunkturelle Erholung, angeschoben vor allem durch mehr staatliche Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung. Experten und Bundesregierung erwarten 2026 mehr als ein Prozent Wachstum. Da die privaten Investitionen aber weiterhin verhalten sind, sprechen die meisten Ökonomen noch nicht von einem nachhaltigen und sich selbst tragenden Aufschwung.
Gerresheimer-Ergebnis stagniert
Gerresheimer hat im dritten Quartal dank einer höheren Nachfrage nach Arznei-Abgabesystemen seinen Umsatz gesteigert. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) stagnierte jedoch, wie der Pharma- und Kosmetikverpackungshersteller mitteilte. Der Umsatz legte den vorläufigen Zahlen zufolge um acht Prozent auf 605 Millionen Euro zu. Das bereinigte Ebitda erreichte 103 Millionen Euro nach 106 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. In den ersten neun Monaten blieb das bereinigte Ebitda wegen des Abbaus von Lagerbeständen und einer schwächeren Entwicklung in den Bereichen Röhrenglas Europa und Behälterglas hinter dem Vorjahr zurück. Gerresheimer erwartet ein stärkeres viertes Quartal.
Der Konzern treibt derzeit den Verkauf seines Geschäfts mit Primärverpackungen aus Kunststoff (PPP) voran. Der Abschluss der Transaktion werde für das erste Quartal 2027 erwartet, teilte Gerresheimer mit.
Huthi-Angriffe heizen Ölpreisanstieg an
Sorgen um das Ölangebot nach verstärkten Angriffen der Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien treiben die Ölpreise an. Der Preis für die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee legt 1,2 Prozent auf 116,25 Dollar je Barrel (159 Liter) zu. Das US-Öl WTI notiert 1,2 Prozent fester bei 103,25 Dollar. Brent steuert damit auf ein Monatsplus von fast vierzehn Prozent zu. Der WTI-Preis dürfte damit erstmals seit April über der Marke von 100 Dollar schließen.
Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen hatte erklärt, sie habe mehrere Ziele in Saudi-Arabien angegriffen. "Die anhaltenden militärischen Aktionen rund um die Straße von Hormus halten die Ölpreise hoch", sagte Energie-Analyst Saul Kavonic von MST Marquee. Zudem gebe es Zweifel an einer diplomatischen Lösung, vielmehr werde in den kommenden Wochen mit einer Eskalation des Konflikts gerechnet.
Dax will die 26.000
Der Dax büßt zum Start ins heutige Wochenschlussgeschäft etwas ein. Der deutsche Börsenleitindex notiert aktuell im Bereich von 25.910 Punkten und damit wieder unterhalb der 26.000er-Marke Diese hatte er gestern mit einem Aufschlag von 1,3 Prozent auf 26.040 Punkte übersprungen. Allerdings gab es nach US-Börsenschluss vom Markt schlecht aufgenommene Geschäftszahlen von Amazon und Intel. Letztere büßten knapp ein Fünftel ihres Börsenwerts daraufhin ein.
Milliardensumme weg: Wer steckt hinter dem Binance-Hack?
Nach dem Cyberangriff auf die Kryptobörse Binance vermutet eine US-Analysefirma nordkoreanische Hacker hinter dem Milliarden-Diebstahl. Die Attacke werde der nordkoreanischen Elite-Hackergruppe TraderTraitor zugeschrieben, teilte das auf Blockchain-Daten spezialisierte Unternehmen TRM Labs mit. Diese Einschätzung treffe man auf Basis umfassender Datenanalysen mit großer Sicherheit. "Ein Angreifer hat rund 6,36 Milliarden Dollar aus Binance-Wallets auf zehn Blockchains abgezogen, das meiste davon in etwa 20 Minuten", so TRM Labs. Mit dem geschätzten Schaden von 6,3 Milliarden Dollar könnte es sich Experten zufolge um den bisher größten Krypto-Diebstahl überhaupt handeln.
Es dürfte ruhiger zugehen
Nach den gestrigen kräftigen Aufschlägen dürften Europas Börsen mit kleineren Verlusten in den Handel starten. Neben einer normalen Konsolidierung drücken auch negative Vorgaben, vor allem aus dem Technologiebereich. Die Intel-Aktie ist nach einem schwachen Ausblick nachbörslich um mehr als 20 Prozent eingebrochen, für das Amazon-Papier ging es nach Börsenschluss um 7 Prozent nach unten. Die Geschäftszahlen der Technologiegiganten lösen neue Sorgen über die Nachhaltigkeit des KI-Investitionsbooms aus. Der KI-arme Dax befindet sich hier relativ betrachtet im Vorteil.
Nach der Flut an Geschäftszahlen und der EZB-Sitzung, die vor allem in Zeichen der Ankündigung des vorzeitigen Rücktritts von EZB-Präsidentin Christine Lagarde stand, dürfte es heute ruhiger zugehen. Akzente bei Einzelaktien könnten Unternehmenszahlen setzen. Daneben stehen Wachstumszahlen aus Deutschland und der Eurozone an. Mit Blick auf Deutschland erwarten Analysten ein kalenderbereinigtes BIP-Wachstum im dritten Quartal von 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, der gleiche Wert, der auch für die Eurozone erwartet wird.
KI-Pessimismus treibt Anleger um
Uneinheitlich präsentieren sich die Börsen in Ostasien und Australien. Negative Vorgaben der US-Aktienmärkte lasten in vielen Fällen auf den Kursen. Beobachter sprechen von wieder erwachten Zweifeln an der Tragfähigkeit der gewaltigen KI-Investitionen, nachdem die Zahlen der Google-Mutter Alphabet gezeigt hatten, dass KI-basierte Suchen bislang wenig lukrativ sind. Die Alphabet-Aktie brach um 12,6 Prozent ein. Die Befürchtung einer neuerlichen Eskalation des Iran-Kriegs lässt derweil den Ölpreis nach einem Rücksetzer am Vortag wieder steigen, was die Stimmung an den Börsen der Region zusätzlich belastet.
An der Börse in Tokio fällt der Nikkei-Index um 2,4 Prozent, der breiter gefasste Topix verliert 1,3 Prozent. Die Bank of Japan hat erwartungsgemäß den Leitzins unverändert belassen. Allerdings hat sie ihre Inflationsprognose für das laufende Fiskaljahr angehoben.
In Seoul fällt der Kospi um 4 Prozent. Die Aktien der Chipgiganten und Indexschwergewichte SK Hynix und Samsung verbilligen sich um 6,3 und 2,3 Prozent. Samsung waren schon am Donnerstag in Reaktion auf die Zahlen des Unternehmens unter Druck geraten. In Hongkong geht es mit dem Hang-Seng-Index um 1,7 Prozent aufwärts, der Composite-Index in Shanghai liegt 0,4 Prozent im Minus. Die australische Börse schloss mit einem Plus von 0,2 Prozent.
Wo es die stabilsten Tagesgeldzinsen gibt
Raimund Brichta spricht mit Timo Halbe von Finanztip: Wie sinnvoll sind Tagesgeldangebote zwischen 2,5 Prozent und 4 Prozent? Worauf Anleger bei Auslandsbanken, Neo-Brokern und Aktionszinsen achten sollten — und wann sich Wechseln lohnt.
Wie ist es um die Inflation bestellt?
Die hohe Inflation in Deutschland dürfte im Oktober etwas abgeflaut sein - auch dank des staatlich verordneten Tankrabatts. Experten erwarten, dass die Teuerungsrate auf 3,0 Prozent gesunken ist. Rekordhohe Preise für Benzin und Diesel sowie teures Heizöl hatten die Verbraucherpreise im September mit 3,3 Prozent so stark steigen lassen wie seit knapp drei Jahren nicht mehr. Da Anfang des Monats die Energiesteuer auf Benzin und Diesel gesenkt wurde, sind die Preise an den Zapfsäulen mittlerweile gesunken. Der Tankrabatt soll bis Ende des Jahres gelten.
Starbucks stellt höheren Gewinn in Aussicht
Starbucks hat dank erster Erfolge ihres Sanierungsplans eine über den Erwartungen liegende Jahresgewinnprognose veröffentlicht. Die US-Kaffeehauskette teilte mit, sie rechne für das Gesamtjahr mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 3,15 bis 3,25 Dollar. Analysten hatten lediglich 3,14 Dollar erwartet. Die Prognose signalisiert, dass die Kostensenkungen und operativen Änderungen im Rahmen des zweijährigen Sanierungsplans greifen. Im abgelaufenen vierten Quartal übertraf Starbucks die Erwartungen ebenfalls: Der flächenbereinigte Umsatz wuchs weltweit um 7,2 Prozent, während Analysten nur mit einem Plus von 5,4 Prozent gerechnet hatten. Der Konzern hatte unter anderem Menüs vereinfacht und Wartezeiten verkürzt. Zudem sollen Restrukturierungen wie Entlassungen und Filialschließungen Arbeitsinvestitionen von fast 500 Millionen Dollar ausgleichen.
Hackerangriff auf Kryptowährungsbörse
Binance hat nach einem möglichen Sicherheitsvorfall Krypto-Vermögenswerte im Wert von drei Milliarden Dollar eingefroren. Dies teilte die weltgrößte Kryptowährungsbörse mit. "Binance wird alle Verluste aus Hackerangriffen decken" , sagte Mitbegründerin Yi He, ohne weitere Einzelheiten zu dem Vorfall zu nennen. Die Stablecoin-Emittenten Circle und Tether sperrten ebenfalls entsprechende Vermögenswerte. Binance setzte zudem vorübergehend Auszahlungen aus und stoppte als Vorsichtsmaßnahme den Handel auf seiner Plattform Binance Alpha.
Die Auswirkungen des möglichen Hackerangriffs, der nach Einschätzung der Analysefirma Chainalysis der größte Krypto-Diebstahl aller Zeiten sein könnte, waren im frühen asiatischen Handel sofort zu spüren. Der Bitcoin fiel um rund zwei Prozent auf ein Sechs-Wochen-Tief von 77.646 Dollar und der Ether um rund zwei Prozent auf ein Zwei-Monats-Tief von 2.238,76 Dollar. Der BNB-Token, mit dem Gebühren bei Binance bezahlt werden können, fiel in den vergangenen 24 Stunden um mehr als acht Prozent. Die Aktien der Kryptobörse Coinbase Global gaben um 4,8 Prozent nach. Tether teilte mit, das Unternehmen habe Vermögenswerte im Wert von fast 1,57 Milliarden Dollar blockiert, während Circle mehr als 800 Millionen Dollar sperrte.
Das US-Präsident Donald Trump und seiner Familie nahestehende Krypto-Unternehmen World Liberty Financial teilte mit, es habe mit dem Krypto-Verwahrer BitGo zusammengearbeitet, um gestohlene Gelder zu sichern. Binance-Mitbegründerin Yi zufolge wurden dabei 27 Millionen Dollar in Stablecoins und World-Liberty-Token im Wert von rund zwei Millionen Dollar gesichert.
Technologiewerte in Asien auf Talfahrt
Die Sorge, dass die enormen Ausgaben für Künstliche Intelligenz (KI) keine ausreichenden Erträge bringen könnten, schickt die Technologiewerte an den asiatischen Börsen auf Talfahrt. Auslöser waren die schwachen Zahlen der US-Technologiekonzerne Amazon und Intel. "Dies kann als Zeichen wachsender Sorgen über die Rentabilität von KI-Investitionen gewertet werden, was auf die Aktienkurse drückt", sagt die Aktienstrategin Maki Sawada von Nomura Securities. "Der japanische Aktienmarkt wird von diesem Kurssturz bei US-Technologieaktien in Mitleidenschaft gezogen." Besonders die Aktien der Chip-Ausrüster Advantest und Tokyo Electron geben um 9,1 beziehungsweise 5,6 Prozent nach.
In Tokio gibt der Nikkei-Index 2,3 Prozent auf 63.148,35 Punkte nach. Auf Wochensicht liegt der Nikkei jedoch noch 0,2 Prozent im Plus. Der breiter gefasste Topix notierte 1,2 Prozent niedriger bei 3956,36 Zählern und steuert auf ein Wochenminus von 0,4 Prozent zu. Die Entscheidung der japanischen Notenbank (BOJ),den Leitzins bei 1,25 Prozent zu belassen, zeigt kaum Auswirkungen an der Börse.
Der südkoreanische Kospi bricht fünf Prozent ein und verzeichnete damit im Oktober einen Rückgang von mehr als 17 Prozent. Der Shanghai Composite verliert 0,3 Prozent auf 3640,54 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen fällt 0,4 Prozent auf 4026,47 Punkte.
Fluchtwährungen sind gesucht
Die risikoscheue Stimmung in Asien stärkt Fluchtwährungen wie den Yen und den Schweizer Franken. Im asiatischen Devisenhandel verliert der Dollar 0,2 Prozent auf 157,43 Yen und legt leicht auf 6,6584 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notiert er 0,2 Prozent niedriger bei 0,8221 Franken. Parallel dazu bleibt der Euro fast unverändert bei 1,1189 Dollar und gibt um 0,2 Prozent auf 0,9198 Franken nach.
Kursschock bei Intel
Intel hat auf einen Schlag mehr als ein Fünftel seines Werts verloren, weil die Geschäftsprognose des Konzerns die Börse schwer enttäuschte. Intel macht zu schaffen, dass wegen des explosiven Anstiegs der Speicherpreise weniger PCs verkauft werden. Hinzu kommen Lieferketten-Probleme bei Chips für Rechenzentren, bei denen es eine hohe Nachfrage gibt.
Intel sagte für das laufende Vierteljahr einen Umsatz zwischen 15 und 16 Milliarden Dollar voraus. Analysten hatten eher mit 17 Milliarden Dollar gerechnet. Beim bereinigten Gewinn pro Aktie verfehlte Intel mit einer Prognose von 25 US-Cent die Markterwartung von 43 Cent deutlich. Die Aktie stürzte im nachbörslichen US-Handel um rund 22 Prozent ab.
Intel-Finanzchef David Zinsner sagte, das Unternehmen stelle seit Wochen eine Abschwächung des Geschäfts fest, weil wegen hoher Speicherpreise weniger Computer gekauft würden. Auch mindestens übers erste Halbjahr 2027 werde es keine Besserung geben, betonte er. Intel-Chef Lip-Bu Tan verwies darauf, dass der ganze Markt betroffen sei. Auch im gesamten kommenden Jahr würden die Speicherpreise ein schwerwiegendes Problem bleiben. Intel rechnet für 2027 mit einem Schrumpfen des PC-Marktes um zehn Prozent nach einem Rückgang um zwölf Prozent in diesem Jahr.
Japans Notenbank hält Zinsen stabil
Die japanische Notenbank (BOJ) hält ihre Zinsen vorerst stabil, stellt aber wegen steigender Inflationsrisiken weitere Erhöhungen in Aussicht. Auf ihrer Sitzung beschloss die Zentralbank mit acht gegen eine Stimme, den Leitzins bei 1,25 Prozent zu belassen. Zugleich hob sie ihre Inflationsprognose an. Ratsmitglied Hajime Takata stimmte als Einziger dagegen und plädierte für eine Anhebung auf 1,5 Prozent.
Amazon enttäuscht den Markt
Überraschend hohe Kosten für den Bau neuer KI-Rechenzentren belasten die Bilanz von Amazon. Der Barmittelabfluss habe sich in den vergangenen drei Monaten auf 42,4 Milliarden Dollar nahezu versechsfacht, teilte der Onlinehändler mit. Gleichzeitig blieben sowohl die Zahlen für das dritte Quartal als auch der Ausblick trotz eines Wachstumsschubs im wichtigen Cloud-Geschäft hinter den Markterwartungen zurück. Amazon-Aktien brachen daher im nachbörslichen Handel an der Wall Street zeitweise um rund acht Prozent ein.
Amazon Web Services (AWS), die Cloud-Tochter des Unternehmens, steigerte den Umsatz um 39,3 Prozent, so stark wie zuletzt vor rund fünf Jahren. Die Konzernerlöse von Amazon legten im Berichtszeitraum währungsbereinigt um 13 Prozent auf 201,9 Milliarden Dollar zu. Für das angelaufene Quartal stellte der Onlinehändler einen Umsatz zwischen 240 und 247 Milliarden Dollar in Aussicht. Der Mittelwert dieser Spanne liegt unter den 244,5 Milliarden Dollar, die Analysten bislang prognostiziert hatten. Dies schürte Spekulationen, dass sich die Verbraucher wegen der anziehenden Inflation im wichtigen Weihnachtsgeschäft mit ihren Ausgaben zurückhalten könnten.
Der Dax lässt es krachen
Das Wochenplus ist dem Dax nicht mehr zu nehmen. Der deutsche Börsenleitindex schloss im gestrigen Handel 1,3 Prozent fester und mit 26.040 Punkten auch über der 26.000er-Marke. Sowohl die US-Notenbank Federal Reserve (Fed), als auch die Europäische Zentralbank (EZB) ließen die Leitzinsen unverändert und gaben den Aktienmärkten damit etwas Rückenwind. Gleichwohl rechnen Marktteilnehmer nun mit jeweiligen Zinsanpassungen im Dezember. Zumindest sind solche nun wahrscheinlicher, wie es hieß.
Nach Fed und EZB heißt es heute: Alle Augen auf die BOJ, denn die japanische Notenbank dürfte ihren Leitzins ebenfalls unverändert bei 1,25 Prozent belassen, aber zugleich eine baldige weitere Straffung der Geldpolitik signalisieren. Experten erwarten, dass die Währungshüter ihren Fokus darauf legen werden, ein Überschießen der Inflation über das Ziel von zwei Prozent zu verhindern. Dies könnte den Weg für eine weitere Zinserhöhung im Dezember ebnen, nachdem die Notenbank die Zinsen zuletzt im Juni und September angehoben hatte. Angetrieben von hohen Energiekosten infolge des Iran-Krieges und dem Boom bei Künstlicher Intelligenz (KI) hatte die Kerninflation in Japan im September erstmals seit neun Monaten die Zielmarke der Zentralbank überschritten.
Zudem hat sich die deutsche Wirtschaft im Sommer wohl nur mit Ach und Krach in der Wachstumsspur gehalten. Volkswirte erwarten für das dritte Quartal ein Plus beim Bruttoinlandsprodukt von nur noch 0,1 Prozent. Im Frühjahr war die Wirtschaft mit 0,3 Prozent weit stärker gewachsen. Als Bremsfaktor wirkte unter anderem das Niedrigwasser des Rheins. Zudem drückten die hohen Energiepreise die Kaufkraft der privaten Haushalte, worauf auch die Bundesbank hinweist. Im vierten Quartal dürfte sich die Wirtschaft aus Sicht der deutschen Zentralbank aber wieder berappeln und spürbar wachsen.
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