Wissen

Möglichkeiten im FreienRisikoreiches Spielen macht Kinder glücklicher

29.10.2026, 16:51 Uhr
00:00 / 02:50
imago0075621549h
Auf Bäume klettern und sich austesten macht Kinder nicht nur glücklicher, sondern auch gesünder. (Foto: imago images / Westend61)

Kinder werden heute intensiv behütet, aber auch überwacht. Dabei sollten Eltern ihren Kindern beim Spielen im Freien lieber freien Lauf lassen, betont ein Forschungsteam nach einer Übersichtsanalyse.

Auf Bäume klettern, mit dem Fahrrad bergab fahren oder in Bächen rumpaddeln: Risikoreiches Spielen im Freien führt bei Kindern zu einer besseren körperlichen und geistigen Gesundheit. Zudem sind Lern- und Denkfähigkeiten bei Kindern mit diesen Möglichkeiten ausgeprägter. Das haben Forschende der Universitäten Exeter und British Columbia mit einer Meta-Analyse herausgefunden. Die Förderung solcher Aktivitäten könnte dem steigenden Bildschirmkonsum und einer zunehmend risikoscheuen Gesellschaft entgegenwirken, schreibt das Forschungsteam zu den Ergebnissen, die in der Fachzeitschrift "PLOS One" veröffentlicht wurden.

Für die Übersichtsarbeit wurden insgesamt 74 internationale Studien herangezogen, die sich alle mit den Themen risikoreiches Spielen und gesundheitliche Folgen bei Kindern im Alter von drei bis zwölf Jahren beschäftigten. Die Forschenden fokussierten sich bei der Analyse auf die Bereiche körperliche Gesundheit, psychische Gesundheit und Wohlbefinden, Aggression, soziale Kompetenz, kognitive Fähigkeiten sowie Risikokompetenz und Verletzungen.

Spielen mit echten Gefahren

Als abenteuerliches Spielen oder auch Risikospiel werden rasante Fahrradfahrten bergab, Klettern auf Bäume, Planschen im Bach und spielerisches Raufen genannt. Zu den Kategorien, die dieses Spielen definieren, gehören Höhe, Geschwindigkeit, Verlaufen, Toben, Gefahren durch Wasser oder Feuer und gefährliche Werkzeuge wie Messer beim Schnitzen.

Bei der Auswertung stellten die Forschenden auch fest, dass risikoreiches Spielen, das Kinder innerhalb bestimmter Grenzen eingehen dürfen, für die Kinder nicht nur aufregend und spannend ist, sondern auch deren Gesundheit in verschiedenen Bereichen verbessert. Zudem zeigte sich, dass Kinder, die allein zur Schule gehen oder andere Wege selbstständig zurücklegen, insgesamt körperlich aktiver waren.

Die Forschenden stellten aber auch fest, dass spielerisches Kämpfen manchmal mit Aggression in Verbindung stand, wobei unklar blieb, ob es diese verursachte oder ob Kinder, die sich für spielerisches Kämpfen entschieden, von Natur aus aggressiver waren.

"Wenn wir Kindern die Möglichkeit verweigern, so zu spielen, wie es frühere Generationen für selbstverständlich hielten, berauben wir sie wertvoller Lernchancen, die eng mit ihrer Gesundheit und Entwicklung verknüpft sind", sagt Helen Dodd von der University Exeter, die an der Studie beteiligt war, laut Mitteilung.

Es gehe nicht darum, ein bestimmtes Maß an risikoreichem Spiel zuzulassen, sondern vielmehr darum, sicherzustellen, dass Kinder in ihrem Leben Gelegenheiten haben, so zu spielen, dass sie von der Erkundung von Risiken profitieren könnten. Kinder benötigten Gelegenheiten, ihr eigenes Spiel zu gestalten und Fehler zu machen. Eltern sollten die Erkenntnisse begrüßen und ihren Kindern mehr Freiheit geben, resümiert Dodd.

Quelle: ntv.de, jaz

KinderElternGesundheit