Politik

Hacker senden Fake NewsApp schreckt Ukrainer wegen falschem Atom-Alarm auf

02.11.2026, 08:31 Uhr
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NOTFALLAPP
Psychologische Kriegsführung: Offenbar sollen die Ukrainer in Angst und Schrecken versetzt werden.

In der Nacht schrecken Warnungen vor radioaktiver Strahlung die Ukrainer auf: Doch es ist falscher Alarm, die Warn-App wurde gehackt. Wenig später trifft es dann auch die Russen.

Die Programme versenden etwa bei feindlichen Luftangriffen dringende Warnungen auf die Smartphones der Bewohner: In der Ukraine und in Russland sind die offiziellen Notfall-Apps nach Behördenangaben gehackt worden. Zunächst wurde am späten Sonntagabend in der ukrainischen App unter anderem fälschlicherweise vor radioaktiver Strahlung in der Hauptstadt Kiew gewarnt. Screenshots der gehackten App zeigen, dass vor einem Nuklearangriff mit der russischen Mittelstreckenrakete Oreschnik gewarnt wurde. Die App "Air Alert" sei möglicherweise vom Feind kompromittiert worden, teilte die ukrainische Luftwaffe auf Telegram mit. Es bestehe keine Gefahr durch Strahlung.

Später in der Nacht meldete dann Russland einen massiven Cyberangriff auf seine Warn-App, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf das Zivilschutzministerium berichtete. Es sei den Angreifern gelungen, Falschinformationen an die Bevölkerung zu versenden, hieß es weiter. Die russische Behörde machte demnach keine Angaben dazu, wen sie hinter dem Angriff vermutete. Die Webseite des Ministeriums für Warnungen war in der Nacht zunächst zeitweise nicht erreichbar. Die zeitliche Abfolge der Ereignisse ließ zumindest die Vermutung zu, dass es sich nach der Attacke auf das ukrainische System um einen Gegenangriff Kiews gehandelt haben könnte.

Medienberichten zufolge erschallten am späten Sonntagabend in manchen Regionen auch Warnsirenen. Über die App soll zudem auch fälschlicherweise vor Angriffen mit chemischen Waffen gewarnt worden sein. Die Bürger wurden von den Behörden aufgefordert, nicht auf Links in der Warn-App zu klicken.

Luftangriffe - und die nötigen regionalen Warnungen davor - sind für die Menschen in der Ukraine längst Alltag. Bei größeren Angriffen auf Kiew suchen Menschen häufig in den Stationen der U-Bahn Schutz. Die Ukraine wehrt sich mit westlicher Militär- und Budgethilfe gegen das Nachbarland. Dennoch kann das ukrainische Militär viele Angriffe nicht abfangen. Die vergangenen Monate waren die tödlichsten für Zivilisten in dem Land.

Selenskyj verteidigt Angriffe auf Raffinerien

Die Ukraine greift mittlerweile auch immer wieder Ziele in Russland weit hinter der Front an, um dem Kreml die Fortsetzung seines Kriegs zu erschweren. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verteidigte erneut die Angriffe auch auf Raffinerien in Russland. Sein Land müsse antworten, wenn Russland Ziele der Energieinfrastruktur angreife und Menschen in der Ukraine töte, sagte er im Gespräch mit dem US-Sender Fox News. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hatte die Ukraine angesichts hoher Dieselpreise gebeten, keine russischen Ölraffinerien mehr anzugreifen.

Selensky sagte, wenn die Ukraine einen Monat lang keine Ziele der Öl-Infrastruktur mehr angreifen solle, dann müsse man ihr mindestens für diesen Monat genügend Luftabwehrraketen vom Typ Patriot geben, um russische Attacken abwehren zu können. Das ukrainische Militär kann viele Angriffe des Feindes, vor allem jene mit ballistischen Raketen, nicht mehr abwehren, weil ihm die Munition für die fortschrittlichen Abwehrsysteme ausgeht.

Selenskyj bittet die westlichen Partner immer wieder um zusätzliche Unterstützung für die ukrainische Luftverteidigung. Besonders pocht er auch auf die Lieferung weiterer Abfangraketen für die Patriot-Systeme. Diese sind inzwischen aber - auch infolge des Iran-Kriegs - vielerorts ein knappes Gut. Die Produktion in den USA wurde bereits hochgefahren, hält aber nicht Schritt mit der Entwicklung in den verschiedenen Konflikten.

Quelle: ntv.de, ghö/dpa

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