Berlin & BrandenburgWeniger Kraniche in Linum: Biologin sieht normale Schwankung

Weniger Wasser, weniger Kraniche: In Linum sorgt die Trockenheit dafür, dass weniger der Vögel dort rasten. Eine Biologin gibt Entwarnung.
Linum (dpa/bb) - Dass aktuell rund um Linum weniger Kraniche rasten als üblich, hält die Kranichschützerin Kristina Hühn nicht für eine beunruhigende Entwicklung. "Ich glaube nicht, dass Linum oder der Rastplatz Linum für die Kraniche kurz vor dem Ende steht", sagte die Biologin. Es sei einfach nur eine natürliche Schwankung, die wir dieses Jahr haben. "Nicht mehr und nicht weniger und es ist auch normal, Natur ist Natur." Die Region Linum im Nordwesten Brandenburgs ist mit viel Teichland als großer Rastplatz für Zugvögel bekannt.
Trockenheit lässt Wasserstand sinken
Man habe sich daran gewöhnt, "dass wir um die 80.000 Kraniche haben". In diesem Jahr rechnet sie mit "inoffiziellen Zahlen" von um die 40.000. Durch die Trockenheit hätten die Linumer Teiche nicht in der Breite gute Voraussetzungen für die riesigen Scharen an Zugvögeln gehabt. Die Kraniche brauchten auf ihren Schlafplätzen etwa 30 Zentimeter tiefes Wasser. Durch die Trockenheit sei allerdings trotz Vernässung der Wasserstand in einigen Teichen niedriger gewesen, erklärte Hühn. "Das heißt, ich gehe tatsächlich davon aus, dass einfach die Kapazität erreicht war."
Das bedeute nicht, dass es weniger Kraniche gebe. Sie suchen sich nur andere Schlafplätze. Durch die Trockenheit seien "ganz viele Seen" auch auf Wasserstände um die 30 Zentimeter gefallen. Statt in Linum hätten die Vögel also dort Halt gemacht. "Und somit war er letztlich nicht auf uns angewiesen."
In dem Wasser "fühlt er sich sicherer", erklärte Hühn die Schlafplatzwahl des Vogels. "Der will zum einen nicht schwimmen müssen, er will aber sicher stehen." Das sei insofern sicherer, als "Feinde nicht so gerne ins Wasser gehen, auch der Fuchs geht nicht so gerne ins Wasser". Und wenn der Fuchs doch reingehe, dann sei das Wasser wie so eine Art Alarmanlage und der Kranich kann wegfliegen.
Vernässung bleibt wichtig
Hühn glaubt, "dass wir künftig wieder genauso viele Kraniche haben wie sonst auch". "Wir kennen das auch von früher, wenn mal ein trockenes Jahr ist, dass wir weniger Kraniche bei uns haben." Das sage nichts darüber aus, wie es langfristig ist. Wichtig sei, dass die Plätze weiter vernässt werden. Diese Situation, "dass es überall in Brandenburg plötzlich geeignete Schlafgewässer für die Kraniche gibt, wird wahrscheinlich kein langanhaltender Zustand bleiben".