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Mecklenburg-VorpommernWie die Schlossgärten im Nordosten winterfest werden

01.11.2026, 05:04 Uhr
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Dutzende Bäumchen werden in Orangerien geräumt, Rosenstöcke und Skulpturen umwickelt: Die Schlossgärtner im Land bereiten sich auf die Wintersaison vor. Das gilt auch für die Schweriner Schlossbienen.

Schwerin (dpa/mv) - Bevor es draußen so richtig kalt wird und nachts der erste Frost kommt, werden Vorkehrungen in Mecklenburg-Vorpommerns Schlossgärten getroffen. Im Burggarten am Schweriner Schloss stellen die Schlossgärtner Karl Wieck und Yves Kanneberg schon mal die schweren Kübelpflanzen in die Orangerie. "Zitrusbäume, Oleander, Engelstrompeten, Schmucklilien", zählt Wieck als Beispiele auf. Rund 380 Kübel seien es insgesamt. Die Gewächse bleiben den Winter über bei konstanten acht Grad in der Orangerie.

Schon im 19. Jahrhundert wurde die Orangerie mit ihren hohen Fenstern nach Angaben der für den Burggarten zuständigen Schweriner Landtagsverwaltung für diesen Zweck genutzt. In den Sommermonaten dient sie heute als Café und Restaurant.

Um den 1,8 Hektar großen Burggarten winterfest zu machen, ist für die Schlossgärtner so einiges zu tun: Rasen mähen, Sommerblumen aus den Beeten holen, Hunderte Zwiebeln für die neuen Frühblüher in die Erde stecken, Stauden schneiden, Laub harken. Die Rosenstöcke wickeln sie zum Schutz vor der Kälte ein, verpacken besonders frostempfindliche Marmorskulpturen und lassen das Wasser aus den Brunnen ab.

36.000 Schritte am Tag

"Das ist wirklich ein harter Buckel-Job", sagt Kanneberg. Und das nicht nur im Herbst. "Man ist viel in der Hocke. Das geht natürlich auf die Knie und die Gelenke insgesamt." Da müsse man körperlich schon einigermaßen fit sein, sagt der Gärtner. "An manchen Tagen hatte ich hier wirklich 36.000 Schritte." Das seien dann schon mal um die 25 Kilometer gewesen. Es sei aber auch ein besonders schöner Job, die ganze Anlage am Schloss sei ja einmalig, sagt Kanneberg. Wieck ergänzt: "Du siehst eigentlich das ganze Jahr über, was du gemacht hast." Hinzu komme die Wertschätzung der Besucherinnen und Besucher.

Angelegt wurde der Burggarten laut Landtagsverwaltung in den 1840er und 1850er Jahren von Hofgärtner Theodor Klett, der auch Entwürfe des berühmten preußischen Gartenkünstlers Peter Joseph Lenné integrierte. Heute kümmern sich neben Wieck und Kanneberg ein dritter Gärtner, ein Gärtnermeister und ein Auszubildender um die Pflege der Wege und Grünflächen rund um das Schloss. Hilfe bekommen sie dabei von der gemeinnützigen Organisation Vielfalter, einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Schwerin.

Gärten werden dieses Jahr später winterfest gemacht

Auch anderswo werden die landeseigenen Parks und Gärten derzeit winterfest gemacht. Nach Angaben der Staatlichen Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen Mecklenburg-Vorpommern (SSGK) hätten die Vorbereitungen wegen des milden Herbstwetters in diesem Jahr etwas später als sonst begonnen. Blumenbeete werden geräumt, Winterschutz angebracht sowie Kübelpflanzen und Bänke eingelagert.

Die SSGK betreuen die Garten- und Parkanlagen in Schwerin, Güstrow, Bothmer, Wiligrad, Ludwigslust, Mirow, Hohenzieritz, Neustrelitz und Granitz (Insel Rügen). Insgesamt neun Gärtnerinnen und Gärtner, zwei Baumpfleger und zwei Baumkontrolleure seien für die Pflege zuständig, unterstützt von externen Fachfirmen.

Nicht alle Anlagen können während der Herbst- und Wintermonate besucht werden, einige von ihnen sind kürzer geöffnet als zur Hauptsaison. Viele der Parks sind ganzjährig zugänglich – etwa in Ludwigslust, Schwerin oder Bothmer. Schloss Hohenzieritz ist von November bis März komplett geschlossen, die Schlösser in Güstrow und Wiligrad bleiben wegen Bauarbeiten ebenfalls zu.

Bienen auf dem Schlossdach

Zurück am Schweriner Schloss: Auch die Bienen bereiten sich hier auf die Kälte vor. Drei Bienenvölker stehen aktuell auf der Nordbastion, eines ist seit diesem Jahr wieder auf dem Schlossdach. "Da sind gerade ungefähr 15.000 Bienen drin", sagt Schlossimker Stefan Dietrich und zeigt auf den Bienenstock. Im Sommer seien es mindestens doppelt so viele.

Ein Teil des von ihnen produzierten Honigs lässt Dietrich den Bienen zur Überwinterung, der andere Teil wurde laut Landtagsamt im September geerntet. Neben Linden- und Kastanienblüten aus dem Burggarten sei auch viel Raps im Honig, für den die Bienen mehrere Kilometer zurücklegten.

Noch herrschen im Kern des Brutnests laut dem Imker etwa 35 Grad. Wenn es draußen kälter wird, rücke das Bienenvolk näher zusammen und bilde eine sogenannte Wintertraube mit der Königin in der Mitte. "Es ist wie ein pulsierendes Herz", sagt Dietrich. "Die Bienen, die innen sind und denen warm ist, wechseln sich mit denen ab, die außen sind und denen kalt ist." Die Temperatur falle dabei nicht unter 12 Grad, da die Insekten dann bewegungsunfähig werden würden. Über eine spezielle Waage könne Gewicht, Temperatur und Luftfeuchtigkeit des Bienenstocks kontrolliert werden, manchmal käme auch eine Wärmebildkamera zum Einsatz.

Ab Herbst blieben die Bienenstöcke wegen der Ruhephase geschlossen. "Von O bis O, also von Oktober bis Ostern", sagt er. Vorher kontrolliere er die Völker noch einmal auf die Varroamilbe – sie überträgt ein gefährliches Virus und befällt Bienen und ihre Brut. Ein trockener und kalter Winter sei für die Insekten optimal. Um die 0 Grad sei wegen der feuchten Luft weniger gut für die Bienen, auch wenn Lehm und Stroh in der Dämmung Feuchtigkeit speichern könnten. "Ein Winter mit Schnee und minus zehn Grad ist super", sagt Dietrich.

Quelle: dpa

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