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Hamburg & Schleswig-HolsteinDiskussion zu Inselthemen bei Insel- und Halligkonferenz

29.10.2026, 13:59 Uhr
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Bezahlbarer Wohnraum, medizinische Versorgung und Küstenschutz - die Insel- und Halliggemeinden stehen vor vielen Herausforderungen. Welche Forderungen sie Landespolitikern in Kampen mitgeben wollen.

Kampen (dpa/lno) - Dauerwohnraum und Ferienwohnungen, medizinische Versorgung, erneuerbare Energien und Küstenschutz. Die Liste der Themen, die die Gemeinden auf den Inseln und Halligen umtreiben, ist lang. Etwa ein halbes Jahr vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein sind für heute Landespolitiker zur Mitgliederversammlung der Insel- und Halligkonferenz (IHKo) nach Kampen auf Sylt geladen, um in Diskussionsrunden zu den Themen Stellung zu beziehen. Die IHKo ist ein Verein, in dem sich die 26 Gemeinden der nordfriesischen Inseln und Halligen sowie von Helgoland engagieren.

Erwartet werden mit Ulf Kämpfer (SPD), Sybilla Nitsch (SSW), Cornelia Schmachtenberg (CDU) und Christopher Vogt (FDP) Vertreter der aktuell im Landtag vertretenen Parteien. Die Grünen-Spitzenkandidatin Aminata Touré war verhindert und konnte nicht wie geplant teilnehmen. Ein kurzer Überblick über die Forderungen der IHKo zu den diskutierten Themen:

Erneuerbare Energien

Die Folgen des Klimawandels sind auch auf den Inseln und Halligen deutlich zu spüren, heißt es bei der IHKo. Die Insel- und Halliggemeinden brauchten die Möglichkeit, eigene Entscheidungen treffen zu können, um einen Beitrag zu einer erfolgreichen Energie- und Wärmewende leisten zu können.

"Die Landesregierung muss sich nach Ansicht des Vereins zur Energie- und Wärmewende bekennen, indem sie auch die Inseln und Halligen in die Lage versetzt, ihre Wärme- und Energieversorgung erneuerbar, gemeinwohlorientiert und bedarfsgerecht gestalten zu können", teilte die Insel- und Halligkonferenz mit.

Der aktuelle Landesentwicklungsplan sieht vor, dass auf den nordfriesischen Inseln "aufgrund der hohen Bedeutung für den Vogelschutz und für den Tourismus in der Regel keine Ausweisung von Windenergiegebieten" stattfinden soll.

Medizinische Grund- und Notfallversorgung.

Eine weitere Forderung der Insel- und Halligkonferenz ist den Angaben zufolge der Erhalt einer modernen, wohnortnahen Krankenhausversorgung und Notfallversorgung auf den Inseln unter Berücksichtigung der insularen Lage. Aktuell sorgt beispielsweise die im Zuge der Krankenhausreform geplante Umwandlung des Krankenhauses auf Föhr in eine "sektorübergreifende Versorgungseinrichtung" zum 1. Januar 2028 für Unruhe. Derzeit hat die Klinik den Status eines Grundversorgers.

Die Insel sei mit keiner ländlichen Region auf dem Festland vergleichbar, die medizinische Erreichbarkeit der nächsten geeigneten Klinik durch die Insellage fundamental eingeschränkt, heißt es etwa in einem offenen Brief an Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken (CDU) von Anfang Oktober.

Dauer-, Ferien- und Zweitwohnraum

Ein Dauerbrenner auf den Inseln und Halligen ist das Thema bezahlbarer Dauerwohnraum. Dieser sowie die Flächenentwicklung seien den Angaben zufolge die Kernherausforderungen für die Daseinsvorsorge und die Wettbewerbsfähigkeit etwa im Tourismus. Ziel ist es, ein angemessenes Verhältnis von Dauerwohnraum, Zweitwohnsitzen und Ferienwohnraum zu erreichen.

Die Vertreter der Insel- und Halligkonferenz wünschen sich dabei Unterstützung bei der Schaffung von Rechts- und Planungssicherheit auf den Inseln und Halligen.

Der Küstenschutz

Die nordfriesischen Inseln und Halligen bilden durch ihre Lage einen ersten Wellenbrecher sowie Windschutz und sind damit eine Art vorderste Linie der Deichverteidigung für das Festland. Zudem sind sie Wohn- und Urlaubsort für viele Menschen sowie Lebensraum für viele Tiere. Ihr Schutz ist daher lebensnotwendig.

Die IHKo möchte eine Zusage, die Inseln und Halligen dauerhaft als Lebens- und Arbeitsstandorte zu erhalten. Zudem soll die Finanzierung der Küstenschutzmaßnahmen sichergestellt werden.

Quelle: dpa

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