Nordrhein-WestfalenGleisarbeiter stirbt bei Unfall mit ICE in Essen

Ein Mitarbeiter stirbt, ein weiterer wird schwer verletzt aus dem Gleisbereich gerettet. Die Hintergründe des Bahnunfalls in Essen sind noch unklar, am Morgen läuft der Verkehr wieder eingleisig.
Essen (dpa/lnw) - Bei einem schweren Bahnunfall mit einem durchfahrenden ICE ist ein Gleisarbeiter in Essen ums Leben gekommen. Ein Kollege kam schwer verletzt ins Krankenhaus, wie Feuerwehr und Polizei mitteilten. Bei ihm bestehe keine Lebensgefahr, sagte ein Polizeisprecher.
Die Bahnstrecke im Essener Norden wurde nach dem Unfall am späten Sonntagabend zunächst komplett gesperrt. Es gab Umleitungen und Verzögerungen im Fern- und Regionalverkehr. Am Vormittag sei eines der beiden Gleise in dem Abschnitt wieder befahrbar, im Laufe des Tages sollte die Strecke wieder komplett freigegeben werden, teilte die Bahn mit.
Nach ersten Ermittlungen war eine Gruppe von sechs Mitarbeitern an dem Gleisabschnitt mit Grünschnittarbeiten beschäftigt, als mindestens einer der Arbeiter von dem ICE erfasst wurde. Er starb an der Unfallstelle. Bei dem schwer verletzten Kollegen sei noch unklar, ob er ebenfalls von dem Zug erfasst wurde oder ob umherfliegende Teile ihn verletzt haben, sagte der Polizeisprecher.
Grüne Markierungen und Blut an den Gleisen
An der Unfallstelle waren am Montagmorgen grüne Markierungen der Spurensicherung und Blut an den Bahngleisen zu sehen, wie ein dpa-Reporter berichtete. Die Polizei werte die nachts erhobenen Spuren aus und vernehme Zeugen, sagte ein Polizeisprecher. Es sei eine Mordkommission eingerichtet worden. Ermittelt werde wegen einer möglichen fahrlässigen Tötung gegen Unbekannt.
Bei Arbeiten im Gleis gebe es regelmäßig optische und akustische Warnsignale für die Gleisarbeiter, sagte der Polizeisprecher. Die vorgeschriebenen Sicherungseinrichtungen seien am Unfallort vorhanden gewesen. Nun müsse geklärt werden, warum es trotzdem zu dem Unfall kam.
Am Unfallort galt Tempo 160
Laut Bahn besteht in dem Streckenabschnitt ein Geschwindigkeitslimit von 160 Kilometern pro Stunde. Es gebe bisher keine Hinweise, dass der Zug zu schnell gewesen sein könnte, sagte der Polizeisprecher.
Die Einsatzkräfte hatten in der Nacht den Toten geborgen und den schwer verletzten Kollegen mit Hilfe einer Drehleiter aus dem Gleisbereich auf die Straße gerettet. Der Zug wurde abgeschleppt. Während des rund zweistündigen Einsatzes waren auch Notfallseelsorger sowie ein Hubschrauber der Bundespolizei vor Ort.