SachsenDemos nach französischem Vorbild in Leipzig und Dresden

Kaputte Schulen, Wehrpflicht und steigende Lebenshaltungskosten: Mit diesen Themen ruft die Initiative "Gen Z regelt" die Jugend zu Protesten auf. Was erwartet Leipzig und Dresden?
Leipzig/Dresden (dpa/sn) - Für kommenden Samstag (31. Oktober) mobilisiert die Initiative "Gen Z regelt" zu Protesten nach französischem Vorbild – auch in Leipzig und Dresden. In beiden Städten sind nach Angaben der Versammlungsbehörden Demonstrationen angekündigt. Die Polizei bereitet Einsätze vor. Für Angaben zum Umfang sei es allerdings noch zu früh, die Planungen liefen noch, hieß es. Bundesweit sind Proteste in 23 Städten angekündigt.
In Frankreich war es zuletzt im Zusammenhang mit Jugendprotesten gegen Probleme im Bildungswesen und hohe Lebenshaltungskosten in vielen Städten zu Ausschreitungen, Zerstörungen und Plünderungen gekommen. Auch in anderen europäischen Ländern gab es Demonstrationen und Zusammenstöße mit der Polizei.
Worum geht es bei den Protesten?
Die lokalen Organisationsgruppen rücken in Leipzig und Dresden weitgehend die gleichen Themen in den Vordergrund: Es sei "Zeit für Widerstand" gegen kaputte Schulen, Wehrpflicht, Preisexplosion und Sozialkürzung, heißt es in den Demoaufrufen, die über Social Media verbreitet werden. In Leipzig läuft seit Montag eine Aktionswoche an Schulen und Hochschulen, um für den Protest zu mobilisieren.
Tausende wollen dabei sein
In Dresden sind nach bisherigem Überblick der Stadt 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldet, in Leipzig waren es zunächst 100. Auf der Webseite von "Gen Z regelt" hatten am Montagmittag aber bereits jeweils rund 4.000 Menschen angegeben, dass sie bei den Demos in beiden Städten dabei sein wollen.
Drohen Ausschreitungen?
"Gen Z regelt" kritisiert, dass bereits seit Tagen eine Debatte über mögliche Gewalt laufe, um von den Forderungen und Anliegen der Jugend abzulenken. "Wir dürfen diese Verzerrung nicht mitmachen!", heißt es in einem Instagram-Post. Laut den eigenen Grundsätzen sei der Protest friedlich. "Gewalt gegen Menschen oder Sachen widerspricht allem, wofür wir stehen." Man werde sich aber nicht einschüchtern und bedrohen lassen.
Polizei plant Einsätze
Die Polizei bereitet sich in Leipzig und Dresden auf Einsätze am Samstag vor, wie Sprecher der Polizeidirektionen sagten. Allerdings könnten jetzt noch keine Aussagen darüber getroffen werden, wie viele Beamte jeweils eingesetzt werden. Noch sei die Lage dynamisch. Erst in den nächsten Tagen werde sich ein genaueres Bild zur Lage am Samstag ergeben, hieß es. "Die Einsatzplanung läuft", sagte der Leipziger Polizeisprecher Tom Erik Richter.