Rheinland-Pfalz & SaarlandWo ist Sven? - TV-Fahndungssendung hofft auf neue Hinweise

Ein Montag im April 1985, ein Sechsjähriger - und plötzlich ist der Junge verschwunden. Seit mehr als 40 Jahren fehlt von ihm jede Spur. Kann ein Millionenpublikum helfen, das Rätsel zu lösen?
Ludwigshafen (dpa/lrs) - Ein sechsjähriger Junge verschwindet, als hätte ihn der Erdboden verschluckt. Es ist der 15. April 1985, ein Montag. Gegen 17.00 Uhr wird Sven Hollstein zum letzten Mal im Erdgeschoss des Hauses im Ludwigshafener Stadtteil Pfingstweide gesehen. Dann verliert sich seine Spur.
Mehr als vier Jahrzehnte später ist immer noch ungeklärt, was mit dem Kind damals geschah. Jetzt greift das ZDF den Fall in der Fahndungssendung "Aktenzeichen XY ... Ungelöst" erneut auf. Die Ausstrahlung ist für heute (20.15 Uhr) geplant.
Ein Junge verschwindet am Nachmittag
Trotz umfangreicher Suchmaßnahmen bleibt Sven unauffindbar. Ob der Sechsjährige Opfer eines Verbrechens wurde oder möglicherweise einen Unfall erlitt, ist offen. Der Fall sei Teil der BKA-Kampagne "Spurlos verschwunden", die an das Schicksal langzeitvermisster Kinder und Jugendlicher erinnere, teilte XY-Moderator Rudi Cerne der Deutschen Presse-Agentur mit.
Die Hoffnung richtet sich auch auf Menschen, die sich nach so langer Zeit vielleicht an Einzelheiten erinnern. "Die Öffentlichkeit kann Erinnerungen wecken und Menschen erreichen, die damals etwas beobachtet oder später von möglichen Zusammenhängen erfahren haben", betonte Cerne.
Gerade bei einem so lange zurückliegenden Verschwinden könnten Hinweise aus der Bevölkerung für die Ermittler von Bedeutung sein. Die Kriminalpolizei Ludwigshafen hofft deshalb auf neue Anhaltspunkte.
Keine drastischen Bilder, keine einfachen Antworten
Die erneute öffentliche Aufmerksamkeit ist für die Angehörigen auch eine emotionale Herausforderung. "Vollständig ausschließen lässt sich eine erneute seelische Belastung leider nicht", räumte Cerne ein und verwies auch auf die jahrzehntelange Ungewissheit. Bei der Darstellung des Falls verzichte die Sendung "auf unnötig drastische Einzelheiten und jede Form der Sensationalisierung". Für den Fall ist kein eigener Studiogast vorgesehen.
Die Kripo Ludwigshafen nimmt Hinweise entgegen. Die Fahndung im ZDF soll Menschen erreichen, die möglicherweise nicht über ihr Wissen gesprochen haben. Auch scheinbar nebensächliche Beobachtungen, heißt es, könnten für die Ermittlungen wichtig sein.