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Sachsen-AnhaltAktionstag: Autozulieferer zunehmend unter Druck durch Krise

21.09.2026, 12:21 Uhr
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Kurzarbeit, drohende Schließungen und Angst um soziale Standards: Beschäftigte von Autozulieferern machen beim bundesweiten Aktionstag auf ihre Lage aufmerksam.

Magdeburg (dpa/sa) - Hunderte Beschäftigte bei Automobilzulieferern in Sachsen-Anhalt sind heute dazu aufgerufen, sich am bundesweiten Protesttag der Gewerkschaft IG Metall gegen Sparmaßnahmen in der Autobranche zu beteiligen. Die Betriebe und ihre Beschäftigten auch in Sachsen-Anhalt stünden zunehmend unter Druck. In Harzgerode fürchten derzeit rund 1.000 Beschäftigte beim insolventen Gießereispezialisten Bohai und bei der unter anderem auf Frästeile spezialisierten Schlote-Gruppe um ihre Jobs. Bereits seit Monaten zeichnet sich ein Ende des Betriebs ab. "Wenn am Montag der Insolvenzverwalter nicht aus irgendeinem Topf noch einen Investor rauszieht, dann wird es das wahrscheinlich gewesen sein", sagte Gewerkschaftssekretär Janek Tomaschefski der Deutschen Presse-Agentur.

Drohende Schließung und Kurzarbeit bei Unternehmen im Land

Geplant sind nach Gewerkschaftsangaben unter anderem Schichtwechselaktionen und Betriebsversammlungen. Bei KmB Technologie in Zerbst ist eine Fotoaktion geplant. Die Beschäftigten des Autozulieferers für Dreh- und Frästeile befinden sich derzeit in Kurzarbeit.

"Die ganze Branche hängt unmittelbar von der Situation der Autohersteller ab", sagte Gewerkschaftssekretär Pascal Gallus der Deutschen Presse-Agentur. Man wolle deutlich machen, dass der Druck zunehmend auf die Beschäftigten abgewälzt werde. Die Gewerkschaft befürchtet weitere Schließungen sowie Einschnitte bei sozialen Errungenschaften wie der 35-Stunden-Woche.

Die sei in Sachsen-Anhalt ohnehin die Ausnahme, so Gewerkschaftssekretär Gallus. Man blicke angespannt auf kommende Tarifverhandlungsrunden. "Die aktuelle Krise ist aus unserer Sicht nicht das Versäumnis der Mitarbeiter", so Gallus. Vor diesem Hintergrund könne es nicht darum gehen, hart erkämpfte Verbesserungen für die Beschäftigten wieder infrage zu stellen.

Quelle: dpa

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