Sachsen-AnhaltSachsen-Anhalts digitaler Pflegeplatzfinder startet

Die Suche nach einem freien Pflegeplatz kann sich sehr schwierig gestalten, gerade wenn es schnell gehen soll. Jetzt startet eine digitale Übersicht, die täglich aktualisiert werden soll.
Halle (dpa/sa) - In Sachsen-Anhalt startet an diesem Dienstag der digitale Pflegeplatzfinder, mit dem Pflegebedürftige und deren Angehörige eine Übersicht über aktuell verfügbare Plätze bekommen können. Die Übersicht zeigt freie Kurz- und Langzeitpflegeplätze an, wie das Landeskompetenzzentrum Pflege Digital Sachsen-Anhalt an der Universitätsmedizin Halle mitteilte.
"Damit soll die bislang oft zeitaufwendige telefonische Abfrage nach verfügbaren Plätzen in vollstationären Pflegeeinrichtungen abgelöst werden", heißt es. Die Einrichtungen sollen die Daten täglich aktualisieren.
So geht's ganz konkret:
Den Pflegeplatzfinder gibt es sowohl als App, er kann aber auch über eine Webanwendung genutzt werden. Nutzer geben ihren Ortsnamen oder die Postleitzahl ein. Gezeigt werden dann nahe gelegene Einrichtungen einschließlich der verfügbaren Kurz- und Langzeitpflegeplätze, hieß es vorab.
Eine Unterscheidung zwischen Ein- und Zweibett-Zimmern ist möglich. Den Nutzern werden die Kontaktdaten der jeweiligen Einrichtung angezeigt. So können gezielt persönliche Anfragen gestellt werden etwa zur Versorgung, zu Leistungen und Eigenanteilen.
"Gerade nach einem Krankenhausaufenthalt muss es bei der Suche nach einem Pflegeplatz schnell gehen", sagt Projektleiter Patrick Jahn von der Universitätsmedizin Halle. "Der Pflegeplatzfinder schafft hier künftig Abhilfe. Er richtet sich vor allem an Pflegebedürftige und ihre Angehörigen, unterstützt aber auch Sozialdienste in Krankenhäusern und Beratungsstellen."
Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) ergänzt: "Die Datenmeldung ist für die Einrichtungen mühelos und schafft insgesamt mehr Transparenz und Rückenwind für die Digitalisierung im Pflegesystem."
Pflegeeinrichtungen müssen verfügbare Kapazitäten melden
Seit Monatsanfang müssen Pflegeeinrichtungen ihre verfügbaren Kapazitäten regelmäßig melden. Daraus entsteht eine landesweit einheitliche Datengrundlage. "Eine Meldung soll erfolgen, wenn sich die verfügbaren Kapazitäten ändern", so das Landeskompetenzzentrum Pflege Digital Sachsen-Anhalt. "Spätestens nach einer Woche sind die Angaben erneut zu bestätigen, sofern keine Änderung eingetreten ist, oder gegebenenfalls anzupassen."
Den Angaben zufolge ist Sachsen-Anhalt nach Nordrhein-Westfalen das zweite Bundesland, das einen öffentlichen und verbindlichen Pflegeplatzfinder einführt. Der Landtag hatte den entsprechenden Beschluss im Januar 2025 gefasst.
Die Vorarbeiten laufen aber bereits: "Das Meldeverfahren wird zwischenzeitlich mit freiwilligen Pflegeeinrichtungen, Sozialen Diensten von Krankenhäusern und Angehörigen von Pflegebedürftigen vor Einführung des Pflegeplatzfinders erprobt", hieß es aus dem Ministerium.