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SachsenNaturschutz: Minister will Kooperation statt Konfrontation

16.09.2026, 14:29 Uhr
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Sachsens Umweltminister setzt beim Naturschutz auf Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort und fordert einfachere Regeln für mehr Akzeptanz. Künftig soll es Bibern leichter "an den Pelz gehen."

Dresden (dpa/sn) - Sachsen will beim Schutz der Natur auf Kooperation statt Konfrontation setzen. Artenschutz müsse die Lebenswirklichkeit der Menschen vor Ort berücksichtigen, sagte Umweltminister Georg-Ludwig von Breitenbuch (CDU) im Landtag. "Starre Regelungen gefährden auf Dauer die Akzeptanz. Wir brauchen einen Artenschutz, der fachlich klar, rechtlich verlässlich und praktisch umsetzbar ist." Bestände streng geschützter Arten wie Seeadler, Fischadler, Kranich, Weißstorch oder Wildkatze hätten sich erholt.

Minister für Ausgleich mit Augenmaß

"Sachsens Natur ist es wert, von uns und vor uns geschützt zu werden. Die Natur in unseren Wäldern, auf den Feldern und Wiesen, Auen, in den Seen und Flüssen ist der ureigenste Reichtum aller Menschen in Sachsen", betonte der Minister gleich zu Beginn seiner Fachregierungserklärung. "Wir schützen, was wertvoll ist, und wir ermöglichen Nutzung, wo sie verantwortbar ist. Und wir wollen Konflikte sachgerecht lösen." Es gehe um einen Ausgleich mit Augenmaß. Nur so entstehe Akzeptanz.

Weniger Bürokratie bei Natur- und Artenschutz angemahnt

"Wir entscheiden uns für einen Naturschutz, der auf die Menschen zugeht und sie als Partner begreift. Wir entscheiden uns für einen beweglichen Naturschutz, der auf neue Herausforderungen reagiert und seine Mittel auf Wirkung richtet", sagte der Minister und sprach sich für einen umfassenden Bürokratieabbau aus. "Verfahren vereinfachen, regionale Verantwortung stärken, praxisferne Vorgaben reduzieren." Naturschutz sei eine Generationenaufgabe.

Klimawandel verschiebt Lebensräume und Artenvorkommen

Von Breitenbuch warb für Pragmatismus. Wer Infrastruktur, Wasserwirtschaft und Landnutzung unter einen generellen Naturschutzvorbehalt stelle, erzeuge nicht mehr Natur, sondern Stillstand. Seit den 1960er Jahren sei Naturschutz durch ein immer dichteres Netz europäischer und nationaler Regelungen bestimmt. "Die Vorschriften sind detaillierter geworden. Berichtspflichten und eine verschärfte Rechtsprechung haben den Verwaltungsaufwand erhöht. Dieses System trifft auf Rahmenbedingungen, die sich grundsätzlich ändern. Der Klimawandel verschiebt Lebensräume und Artenvorkommen."

Manche Vorgaben erzeugen mehr Aufwand als Nutzen für die Natur

"Nutzungskonflikte nehmen zu. Manches Verfahren dauert zu lange. Manche Vorgabe erzeugt mehr Aufwand als tatsächlichen Nutzen für die Natur. Deshalb müssen wir den Mut haben, das bestehende Regelwerk zu überprüfen und zu hinterfragen", sagte der Minister. Sachsen dränge auf Vereinfachungen in Berlin und Brüssel. EU-Richtlinien würden die Mitgliedsstaaten zwingen, mit zum Teil erheblichem Aufwand ein starres System aufrechtzuerhalten - auch dort, wo es ökologisch und wirtschaftlich wegen des Klimawandels keinen Sinn mehr ergibt.

Minister: Bei hohen Schäden strengen Schutz lockern

Der Minister erinnerte auch an Tierarten, die zu Konflikten führen. Biber, Fischotter, Kormoran und Silberreiher würden hohe Kosten in Fischerei und Landwirtschaft verursachen. Es müsse möglich sein und werden, hier den strengen Schutz zu lockern. "Ein Beispiel dafür ist der Wolf. Der Systemwechsel ist erreicht. Beim Wolf war dieser Weg erfolgreich, hat aber viel zu lange gedauert." Künftig sei ein "aktives Bestandsmanagement" möglich.

Von Breitenbuch kündigte unter anderem eine sächsische Biberverordnung an, damit bei hohen Schäden einzelne Tiere leicht entnommen werden können. "Ziel ist ein ausgewogenes Management einzelner Tiere und Bestände. Wir werden die Maßnahmen so austarieren, dass sich die Haltungszustände nicht verschlechtern und behalten dabei gleichzeitig die Lebensfähigkeit ganzer Landschaften und Betriebe im Blick."

Quelle: dpa

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