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Hamburg & Schleswig-HolsteinMehr Beschwerden bei Ombudsfrau für Kinder und Jugendliche

29.10.2026, 12:51 Uhr
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984 Eingaben in zwei Jahren: Die Beschwerden bei der Ombudsstelle für Kinder und Jugendliche in Schleswig-Holstein nehmen deutlich zu. Mittlerweile melden sich viele Jugendliche und Kinder selbst.

Kiel (dpa/lno) - Die Beschwerdestelle für Kinder und Jugendliche in Schleswig-Holstein hat binnen zwei Jahren 984 Eingaben entgegengenommen. 2024 und 2025 waren es damit rund 70 Prozent mehr als im Berichtszeitraum 2020/2021, wie die Bürgerbeauftragte für soziale Angelegenheiten, Anke Erdmann, bei einer Pressekonferenz in Kiel sagte. Damals gab es 577 Meldungen.

"Die steigenden Zahlen zeigen, wie groß der Bedarf an unabhängiger Beratung in der Kinder- und Jugendhilfe ist", sagte Erdmann. "Zugleich erleben wir, dass die Fälle häufig komplexer werden und die betroffenen Kinder, Jugendlichen und ihre Familien enorm belasten." Die Beschwerdestelle hilft laut der Bürgerbeauftragten nicht nur Kindern und Jugendlichen, sondern auch Eltern, Pflegeeltern und anderen Erwachsenen bei Konflikten mit der Kinder- und Jugendhilfe.

Pflegeeltern fragten dort oft nach Abläufen, Zuständigkeiten und ihren Ansprüchen auf Unterstützung. Weil die Leistungen von Kreis zu Kreis variieren, verlören sie leicht den Überblick. Erdmann schlägt daher vor, ein landesweites Informationsportal einzurichten, das die Unterstützungsangebote der Kreise und kreisfreien Städte bündelt – am besten unter der Leitung des Landesjugendamtes.

Erdmann: Sorgen der Kinder müssen ernst genommen werden

Dass sich 122 Kinder und Jugendliche direkt an die Beschwerdestelle gewandt haben, ist für die Bürgerbeauftragte ein positives Zeichen. Viele davon (85) lebten in stationären Einrichtungen, die Jüngste sei acht Jahre alt gewesen. "Kinder wissen zunehmend um ihre Rechte, und das finden wir gut", erklärte Erdmann. Wegen der derzeit hohen Zahl an Beratungsanfragen seien Sprechstunden direkt in den Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe allerdings kaum möglich.

"Kinder und Jugendliche müssen darauf vertrauen können, dass ihre Sorgen ernst genommen werden", betonte die Bürgerbeauftragte. Denn gerade, wenn sie sich in einer schwierigen oder gefährdenden Situation befinden, bräuchten sie Erwachsene, die zuhören und handeln.

Quelle: dpa

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