Berlin & BrandenburgWoidke rechnet mit Randalierern bei Jugendprotesten

In Brandenburg sind aktuell keine größeren Jugendproteste für Samstag angekündigt. Der Ministerpräsident blickt dennoch mit Sorge auf die bundesweiten Demonstrationen.
Potsdam (dpa/bb) - Brandenburgs Ministerpräsident erwartet bei den anstehenden bundesweiten Jugendprotesten auch einige Teilnehmer mit Gewaltabsichten. "Ich bin erst mal der Überzeugung, dass einige, die ausgerechnet den Halloween-Abend sich ausgesucht haben für diese Proteste, da andere Absichten haben, als friedlich zu demonstrieren", sagte Dietmar Woidke (SPD) am Rande eines Termins in Luckenwalde (Landkreis Teltow-Fläming).
Jeder Mensch könne frei seine Meinung äußern und auch die junge Generation könne ihre Meinung auf Demonstrationen frei äußern. "Aber ich befürchte, dass hier Kräfte dahinterstecken, in Teilen jedenfalls, die hier nicht nur friedlich demonstrieren wollen, sondern die offensichtlich auch militante oder gewalttätige Aktionen planen", sagte der Regierungschef. Er könne nur dazu aufrufen, "es zu keiner Eskalation kommen zu lassen". "Und dass die Organisatoren hier eine besondere Verantwortung tragen, liegt auf der Hand."
Nach der Ankündigung eines Protesttages in mehreren deutschen Städten am 31. Oktober stellt sich die Polizei auf einen umfangreichen Einsatz ein. Die Initiative "Gen Z steht auf" ruft für den Tag in zahlreichen deutschen Städten zu Protesten auf. Dabei soll es den Angaben zufolge unter anderem um Bildung, ein bezahlbares Leben sowie die Ablehnung einer Wehrpflicht gehen. "Wir distanzieren uns klar von jeglicher Art von Gewalt", hatte der Mitinitiator Akram Selo der dpa gesagt. Frankreichweite Demonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten und für bessere Bildung waren zuletzt von schweren Ausschreitungen begleitet worden.