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Hamburg & Schleswig-HolsteinProzess um Schüsse in türkischem Kulturverein - Mordversuch?

29.10.2026, 12:52 Uhr
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(Foto: Marcus Brandt/dpa)

Ende Januar werden zwei Männer in einem türkischen Kulturverein durch Schüsse verletzt. Nun steht ein 27-Jähriger wegen versuchten Mordes vor Gericht. Er soll auch mit Drogen gehandelt haben.

Hamburg (dpa/lno) - Neun Monate nach Schüssen in einem türkischen Kulturverein hat am Landgericht ein Prozess gegen einen mutmaßlichen Täter begonnen. Bewaffnet mit einer Maschinenpistole soll der 27-Jährige in der Nacht zum 25. Januar in den Räumen des Vereins auf zwei Männer geschossen und an den Beinen verletzt haben. Der Angeklagte gab laut Anklage mindestens 20 Schüsse ab. Danach soll er mit drei Komplizen in einem Auto geflüchtet sein.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Deutschen versuchten Mord, gefährliche Körperverletzung sowie Verstöße gegen das Waffenrecht und das Kriegswaffenkontrollgesetz vor. Ein weiterer Anklagepunkt ist Handel mit Drogen in nicht geringer Menge. Der Anklage zufolge hatte der Zoll am Flughafen Frankfurt bereits am 7. Oktober 2024 ein Paket mit fast einem Kilo Cannabis abgefangen. Das Paket aus Thailand war an den Angeklagten in Hamburg adressiert.

Der Verteidiger erklärte, dass sein Mandant im Prozess keine Angaben machen werde. Als erster Zeuge sagte ein Polizeibeamter aus, der den Einsatz in Hamburg-Lurup geleitet hatte. Demnach hatte ein Zeuge in der Nähe des Tatorts die Besatzung eines Streifenwagens alarmiert. Es seien anschließend mehr als 30 Beamte vor Ort gewesen. Im Stadtteil Bergedorf sei nach kurzer Verfolgung eine Person festgenommen worden.

Zeuge beobachtet Männer auf der Flucht

Der Zeuge, der die Polizei verständigt hatte, wollte mit seinem Auto an einer neben dem Kulturverein liegenden Tankstelle tanken. Dabei sei ihm ein haltender Wagen aufgefallen, in dem ein Fahrer saß, sagte der 36-Jährige. Kurz darauf seien drei Männer aus einem Gebäude gekommen und zum Auto gerannt. Nur einer von ihnen sei nicht maskiert gewesen.

Nach früheren Polizeiangaben musste der in Bergedorf festgenommene Mann wieder freigelassen werden. Im April veröffentlichte die Polizei einen Fahndungsaufruf nach vier Verdächtigen. Noch im selben Monat erließ das Amtsgericht einen Haftbefehl. Anfang Mai wurde der bereits kurz nach der Tat festgenommene Mann erneut gefasst und kam in Untersuchungshaft. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung in Bergedorf fanden die Beamten nach Angaben der Staatsanwaltschaft zwei Springmesser und elf Manöverpatronen. Bereits im Oktober 2019 war gegen den Angeklagten ein Waffenbesitzverbot erlassen worden.

Die beiden Verletzten - nach Angaben der Polizei damals 19 und 22 Jahre alt - erlitten mehrere Durchschüsse an den Beinen. Sie wurden von der Feuerwehr ins Krankenhaus gebracht. Die Verletzungen seien nicht lebensbedrohlich gewesen, hieß es. Einer der Verletzten tritt im Prozess als Nebenkläger auf. Das Gericht hat elf weitere Prozesstermine bis zum 16. Dezember angesetzt.

Quelle: dpa

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